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Energieeffizienz in der Fertigung

Geizen mit Gewinn dank Energieeffizienz

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Bereits seit 2005 hat das Traditions-Unternehmen den Einsatz von Strom und Wärme deutlich verringert und die Effizienz auf Verbraucher- und Erzeugerseite erhöht. Öl und Gas werden seither sukzessive durch regenerative Energieträger ersetzt. Die Ziele des Programms sind ehrgeizig: Viessmann will künftig 50% weniger Öl und Gas verbrauchen und die CO2-Emissionen des Standorts um 40% senken.

Heiztechnik-Hersteller will für Klimaschutz auch handeln

Den Anstoß dazu gab der Chef persönlich. „Auf einem Energiegipfel bei der Kanzlerin“, erinnert sich Dr. Martin Viessmann, „gewann ich den Eindruck, dass man über Klimaschutz nicht nur reden sollte, sondern vor allem handeln.“ Der Heiztechnik-Hersteller will am Stammsitz zeigen, dass man die politischen Ziele im Klimaschutz für das Jahr 2020 schon heute mit den verfügbaren Techniken erreichen kann.

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Das Programm „Effizienz plus“ umfasst die ganze Palette des Machbaren: Die Anlagenhydraulik im gesamten Werk wurde durch drehzahlgeregelte Umwälzpumpen und Kompressoren modernisiert. Abwärme gewinnt das Unternehmen zurück, die Werkshallen wurden teilweise wärmegedämmt und isolierverglast. Blockheizkraftwerk und Brennwertkessel erzeugen effizient Strom und Wärme. Insgesamt werden diese Effizienzmaßnahmen nach Angaben des Unternehmens den Energieverbrauch um 21% senken.

Noch klimaschonender ist die Substitution fossiler Energien. Dazu gehört der Einsatz von Pellets und Holzhackschnitzeln zur Wärmeversorgung des Standorts, die eigene Fortbildungsakademie wird über Wärmepumpen versorgt, Photovoltaik-Module liefern einen Teil des benötigten Stroms.

2009 soll am Standort Allendorf außerdem eine Biogasanlage in Betrieb gehen, die unter anderem mit Hackschnitzeln aus schnell wachsenden Pappeln vom eigenen Acker beschickt wird. „Insgesamt“, sagt Bornscheuer, „wollen wir am Ende über 29% an Gas, Öl und Strom durch erneuerbare Energien ersetzen.“

Am Anfang steht eine Entscheidung

Ob Sensoren, Gebläse oder Heizkessel – die Regeln für eine energieeffizientere Fertigung bleiben die gleichen: Am Anfang steht die Entscheidung der Geschäftsführung. Dann wird ein Verantwortlicher benannt, der Maßnahmen erarbeitet. Dritter Schritt sind die eigentlichen Investitionen. Und nicht zuletzt Punkt vier: „Nie nachlassen und immer dranbleiben“, sagt Karl Milz.

Viessmann und IFM hoffen, dass die Beispiele energieeffizienter Produktionsstätten mehr Nachahmer finden. Allerdings sind nicht nur Privatverbraucher, sondern auch viele Unternehmer nicht ausreichend darüber informiert, wie viele Möglichkeiten es heute schon gibt. Milz glaubt, dass die Suche nach Einsparpotenzialen erst dann zu einer Massenbewegung wird, wenn die Energiepreise nochmals kräftig nach oben gehen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Christa Friedl ist Fachjournalistin in Krefeld

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