Energieeffizienz

Gelebte Nachhaltigkeit in der Automation

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Diese Vielfalt an Maßnahmen, die vor allem auf die Optimierung, Modernisierung und Unterstützung der Wärme- und Kälteversorgung abzielten, wurde zwischen 2006 und 2008 umgesetzt. So wurde am Standort Esslingen eine 1200 m² große Solaranlage mit Vakuumröhrenkollektoren zur Gebäudekühlung installiert. „Mit ihrer Fläche ist sie eine der größten Solaranlagen Europas, die zur Gebäudekühlung eingesetzt wird“, betont Bruy und ergänzt: „Allein durch die Solaranlage werden jährlich 135 t CO2 eingespart. Im Zusammenspiel mit der Abwärmenutzung der Kompressoren werden somit über 80% der Kälteerzeugung des Festo-Technologie-Centers in Berkheim mit kostenloser solarer Wärme und Abwärme erzeugt.“ Dies führe zudem zu einer hocheffizienten Drucklufterzeugung für die Produktionsprozesse.

Erdkälte zur Gebäudekühlung genutzt

Ein weiterer Beitrag zur Nutzung regenerativer Energien sind die 95 aktivierten Gründungspfähle von Gebäuden, die die im Erdreich und Grundwasser verfügbare Erdkälte an eine Betonkernaktivierung abgeben, wie Bruy erläutert: „So werden die Decken der Gebäude im Grundlastbetrieb über den Wasserdurchfluss aus den Erdpfählen gekühlt.“ Energieeffizient sei dieses Verfahren, weil aufgrund der großen Speichermassen schon Temperaturdifferenzen von wenigen Grad ausreichen. Im Jahresverlauf zeige sich, dass durch die Energieeffizienzmaßnahmen ganzjährig hohe Einsparungen erzielt werden konnten. „In den vergangenen vier Jahren konnte Festo seinen Heizenergiebedarf im Mittelwert um 46% reduzieren“, konkretisiert Bruy, „dies entspricht einer Einsparung von rund 6500 MWh und etwa 1400 t CO2.“

Dass die neuen Gebäude von Festo, wie das Technologie-Center, auch ökologisch ein Fortschritt sind, entspricht dem Selbstverständnis des Unternehmens. Obwohl schon über zehn Jahre alt, ist das Technologie-Center dafür nach wie vor eine gutes Beispiel. „Gebäudeheizung und -kühlung über wasserdurchflossene Decken temperieren die Innenräume; die Energie dafür stammt aus der Erde, deren Kühle über knapp 400 Betonbohrpfähle dem Gebäudekreislauf zugeführt wird“, erläutert Bruy. Die großzügige Verglasung mache die Sonnenenergie nutzbar. Die mit Krypton gefüllte Dreischeibenverglasung dämme die Wärme. Natürliche Helligkeit und intelligente Gebäudeleittechnik minimieren den Bedarf an elektrischer Energie.

Maßstäbe in Architektur und Energieeffizienz gesetzt

Flexible Sonnenschutzelemente reduzieren im Sommer den Kältebedarf. Und Adsorptions-Kältemaschinen nutzen die Abwärme der Produktion, um Kälte zu erzeugen. „In der Kombination aller eingesetzten Technologien und Lösungen, viele davon neu entwickelt oder erstmalig angewandt“, so Bruy, „setzt das Technologie-Center Maßstäbe in Architektur und Energieeffizienz. Auch die 3165 m2 große Photovoltaikanlage am Produktionsstandort St. Ingbert sorge für die Verringerung von CO2-Emissionen. Seit dem Jahr 2006 hat der mit Sonnenenergie erzeugte Strom Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen ersetzt und damit rund 106.000 kg CO2 pro Jahr eingespart.

Auch im Werk Rohrbach setzt Festo auf Energieeffizienz, sowohl bei Druckluftsystemen, Werkzeugmaschinen, Bürogeräten und IT-Systemen als auch bei Klimatechnik und Gebäudeautomatisierung. So wurde Ende 2009 der Arbeitskreis Umweltmanagement etabliert, der mittlerweile Teil des Produktionssystems ist, um Lösungen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz und zur Verbesserung der Umweltsituation im Allgemeinen zu erarbeiten: „Dabei bewerten wir den ökologischen Nutzen ebenso wie den ökonomischen und leiten daraus die optimale Lösung ab“, weiß Rainer Seifert, Leiter des Arbeitskreises und Leiter Corporate Environment bei Festo.

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