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Die homogene Zusammensetzung der Kunststoff-Compounds hingegen ist wesentlich robuster, da die gesamte Wandstärke des Gleitlagers als Verschleißzone dient. Gleitlager aus Metalllegierungen bedürfen im Gegensatz zu Iglidur-Gleitlagern aus Hochleistungskunststoffen einer dauerhaften Schmierung, was kosten-, aber auch zeitintensiv ist. Zudem ist eine Fett- oder Ölschmierung immer häufiger aus hygienischen oder ökologischen Gründen unerwünscht. Auch marktübliche Sinterlager besitzen eine inkorporierte Ölschmierung und sind im engeren Sinne damit nicht trockenlaufend. Gleiches gilt für Wälzlager, die speziell im Fall von Nadellagern häufig aufgrund technischer und wirtschaftlicher Vorteile durch Kunststoffgleitlager ersetzt werden.
Agrartechnik: Belastbare und verschmutzungsresistente Gleitlager
Allein das Beispiel der Agrarbranche zeigt exemplarisch für eine Vielzahl an unterschiedlichsten Märkten das Potenzial der Kunststoffgleitlager. So weisen Iglidur-Gleitlager, die in Landmaschinen Verwendung finden, extrem hohe Verschleißfestigkeiten auf und erlauben hohe Flächen- und Kantenpressungen. Sie sind korrosionsfrei und resistent gegen Stöße und Schläge. Dünger, Gülle oder Kraftstoffe beeinträchtigen ihre Funktionssicherheit nicht. Die Maschinen sind deshalb auch nach längerem Stillstand zuverlässig einsetzbar. Gerade unter den Bedingungen der Landwirtschaft, bei der Maschinen einer extremen Verschmutzung ausgesetzt sein können, garantieren diese Gleitlager optimale Funktionalität und hohe Betriebszeiten.
Mit Iglidur Q2 und Q290 hat Igus spezielle Werkstoffe entwickelt, die gerade für die im Agrarsektor typischen langsamen Schwenkanwendungen unter hoher Belastung geeignet sind. Unempfindlich gegen Staub und Schmutz und deshalb gerade für Landmaschinen besonders geeignet, sind auch Gleitlager aus dem kostengünstigen Iglidur G.
Lebensmittelindustrie: Korrosionsfreie und medienbeständige Kunststoffe
Die Schmiermittelfreiheit spielt auch bei den strengen Hygiene- und Sicherheitsstandards der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie eine wesentliche Rolle. Nach den Regeln der Food and Drug Administration (FDA) dürfen die Produkte nicht durch Schmiermittel oder andere Stoffe kontaminiert werden. Demzufolge werden dort nur lebensmittelgeeignete und FDA-konforme Kunststoffe eingesetzt. Im Gegensatz zu Metallen sind Kunststoffe aufgrund ihrer organischen Struktur stets korrosionsfrei und darüber hinaus beständig gegenüber anorganischen Medien – Säuren, Laugen sowie wässrige Salzlösungen eingeschlossen.
„Alle inneren und äußeren Bereiche müssen Nässe und Reinigungschemie dauerhaft aushalten können. Es darf im laufenden Betrieb unter keinen Umständen zu Fehlfunktionen beziehungsweise ungewollten Stillständen kommen“, verdeutlicht Dieter Koller, Konstrukteur bei der Singer & Sohn GmbH. Das Unternehmen stellt Sondermaschinen für die Lebensmittelindustrie her. Um Verunreinigungen zu vermeiden, ersetzen Iglidur-Produkte dort die Handarbeit in einer Wursttrennmaschine. „Früher haben wir Nadellager eingebaut. Sie haben sich im rauen Betriebs- und Reinigungsalltag nicht bewährt. Sie sind sehr empfindlich, sobald beim Reinigungsprozess ein paar Tropfen Wasser durch die Abdichtung drangen, mussten die Lager ausgetauscht werden. Das hat sich auf Dauer nicht gerechnet. Die Maschinenelemente aus Kunststoff hingegen zeichnen sich durch eine niedrige Wasseraufnahme aus und sind chemikalienbeständig“, ergänzt Koller.
Beispiel: Polymergleitlager für Wurstkettentrennmaschinen bei Singer & Sohn
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