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Fünf Standardwerkstoffe für die meisten Gleitlager-Anwendungen
Die Mehrzahl der typischen Gleitlageranwendungen wird bei Igus mit fünf Standard-Werkstoffen ausgestattet. Doch so wie sich Unternehmen auf die Produktion spezialisierter Teile konzentrieren und ganze Industriezweige immer stärker ausdifferenzieren, so wächst die Forderung nach spezifischen, den Produktionsumgebungen angepassten Materialien: In dem sterilen Umfeld der Medizin- und Labortechnik müssen Geräte nicht nur frei von Ölen oder Fetten, sondern zusätzlich antibakteriell sein. Wieder andere Branchen verlangen Materialien, die unempfindlich gegenüber umherfliegenden Staubpartikel und Fasern sind: Damit statisch aufgeladene Lagerstellen keine Fusseln und Flusen anziehen, werden beispielsweise in der Textilindustrie ableitfähige und antistatische Kunststoffe eingesetzt.
Vom Unterwassereinsatz bis zu Hochlastanwendungen, von der Medizintechnik bis zur Automobilindustrie: Für all diese Fälle hat Igus maßgeschneiderte Werkstoffe entwickelt. Welcher Werkstoff für den jeweiligen Einsatz der richtige ist, lässt sich schnell mithilfe von Online-Tools wie Produktfinder, Konfigurator oder Lebensdauerrechner ermitteln. Das Online-Angebot reicht von Lebensdauerberechnungs-Programmen, basierend auf den jährlich mehr als 10.000 Gleitlagertests im Igus-Testlabor, über 3D-CAD-Konfiguratoren für komplette Linearsysteme mit polymeren Gleitelementen bis hin zu den wichtigen schnellen „Produktfindern“, die helfen, den richtigen Werkstoff zu finden. Dort können Anwender ihre speziellen Anforderungen anklicken sowie stufenlos die zulässige statische Flächenpressung und die obere langzeitige und die untere Anwendungstemperatur angeben.
Polymer-Gleitlager sind kostengünstiger als metallische Lager
Ob in Photovoltaik-Anlagen, der Agrar- und Offshore-Branche, der Fassadentechnik, oder in Hydraulikzylindern und Aktuatoren – in allen Industriezweigen ersetzen Polymerlager seit Langem schon metallische Gleitlager. Für Ingenieure sind die Schmiermittel- und die Korrosionsfreiheit sowie die Verschleißfestigkeit und die geringen Reibwerte unverzichtbar geworden, denn sie erhöhen die Standzeiten ihrer Maschinen und Anlagen und sind dazu um bis zu 40 % kostengünstiger als metallische Lager. Immer neue Materialien, Mischungen und Eigenschaftsprofile eröffnen permanent weitere Einsatzmöglichkeiten für Polymerlager – denn auch nach über 30 Jahren forscht Igus im hauseigenen Technikum stetig weiter. Da auch die Entwicklung im Bereich der Wellenmaterialien und der Oberflächenbehandlung nicht still steht, sind kontinuierliche Tests unabdinglich, die auf Veränderungen bei den Wellen reagieren und auf eine perfekte Abstimmung von Welle und Lager abzielen.
Gerade das Thema Gegenlaufpartner verdeutlicht die Vielseitigkeit der Iglidur-Geitlager, die auf unterschiedlichsten Wellen – vor allem auch auf kostengünstigen sogenannten weichen Wellen – eingesetzt werden können. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Lagertypen. Der Anwender hat so, neben dem Kostenvorteil, den Kunststoffgleitlager sowieso mitbringen, auch die Möglichkeit, eine ungehärtete Welle einzusetzen und dadurch zweifach seine Kosten zu reduzieren. Viele Wellenmaterialien (beispielsweise Präzisionsaluminium, Stahl, Edelstahl, Kohlefaser) können mittlerweile zusammen mit den Lagern direkt bei Igus mitbestellt werden. Denn es gibt nicht die „eine“ Wellenempfehlung, so das Motto des Unternehmens. Auch hier gilt es, abhängig von der jeweiligen Anwendung, stets jene Welle zu wählen, die unter Preis-Leistungs-Aspekten die optimale ist.
Aus Hochleistungskunststoffen Gleitlager drucken
Um weiterhin die gleichzeitig qualitativ besten und kostengünstigsten Lager anbieten zu können, ist eine konsequente Fortsetzung der Forschungs- und Entwicklungsarbeit nötig. Der 3D-Druck eröffnet nun neues Potenzial für Igus und seine Kunden, denn mit der additiven Fertigung und neuartigen Hochleistungskunststoffen haben zwei moderne Technologien zusammengefunden, die sich in optimaler Weise ergänzen. Kombiniert garantieren sie eine hohe Freiheit in der Konstruktion bei gleichzeitiger Verschleißfestigkeit der verwendeten Bauteile. Um das zu erreichen, erforscht und entwickelt Igus neue 3D-Druck-Werkstoffe, die speziell für bewegte Anwendungen ausgelegt sind. Das Angebot hat sich seit der Vorstellung des ersten Iglidur-Tribo-Filamentes im Jahr 2014 kontinuierlich erweitert. Mit den inzwischen sechs Tribo-Filamenten im Programm können nicht nur Gleitlager oder komplexere Baumformen hergestellt, sondern auch direkt in industriellen Anwendungen betrieben werden. Darüber hinaus hat Igus Ende des letzten Jahres das erste Tribo-SLS-Pulver für das selektive Lasersintern (SLS) vorgestellt. Doch nicht alle Unternehmen verfügen über eigene 3D-Drucker: Für diese Fälle haben die Kölner einen 3D-Druckservice im Programm, mit dem Kunden sich Wunschteile direkt ausdrucken lassen können – und das weltweit.
Dank des 3D-Drucks ist Igus darüber hinaus in der Lage, kundenindividuelle Spritzgussformen aus Hochleistungskunststoffen in kurzer Zeit zu realisieren. Mit dem SLS-Verfahren kann in kürzester Zeit das entsprechende Werkzeug produziert und direkt in der Spritzgussmaschine eingesetzt werden. Dem Kunden steht bei den Spritzgussteilen eine große Auswahl an tribologisch-optimierten und online berechenbaren Werkstoffen aus dem Iglidur Programm zur Verfügung: von chemikalien- und temperaturbeständigen über besonders belastbare bis hin zu universal einsetzbaren Hochleistungskunststoffen für die Bewegung. Mit den gedruckten Werkzeugen erhält der Kunde somit die Möglichkeit, sein spezifisches Sonderteil auch in größeren Stückzahlen für seine individuelle Umgebungsbedingung schnell und günstig zu erhalten. Gerade in der Erprobungsphase ergeben sich dadurch deutliche Vorteile: Durch die 3D-gedruckte Spritzgussform ist in der Testphase das Sonderteil besonders nah am Serienprodukt, gleichzeitig werden die Kosten deutlich reduziert.
* René Achnitz, Leiter Geschäftsbereich Iglidur Gleitlager bei der Igus GmbH in 51147 Köln
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