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Bilsing Automation

Greifermodule für ölfreie Tiefziehprozesse im Automobilbau

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Der Geschäftsführende Gesellschafter des Attendorner Unternehmens Bilsing Automation, Alfred Bilsing, beschreibt die Funktion: „Unser Kupplungssystem basiert auf einem Hakenmechanismus, der den Bajonettverschluss festklemmt und ihn beim Lösen aus den Führungen herausdrückt. Die neuen Toolings sind nicht nur einfacher aufgebaut, sie sind auch leichter geworden. Deshalb kann man ein solches Greiferwerkzeug mit einer Hand längs zum Saugerbalken heben und es in die Aufnahmevorrichtung einführen. Mit der zweiten Hand bewegt man den Hebel, der über einen Hakenmechanismus das Tooling mit dem Saugerbalken verbindet. Dabei wird es zunächst angedrückt, dann angezogen und am Ende der Bewegung prozesssicher gespannt.“

Greifer können auch steuerungstechnische Aufgaben übernehmen

An das Trägerrohr sind Schwenkarme installiert, die die Vakuumsauger tragen, wie Bilsing weiter erläutert. Die Zahl der Sauger richte sich nach der Teilegröße. Der Greiferbaukasten könne durch Module ergänzt werden, die zusätzlich zur Handhabungsfunktion steuerungstechnische Aufgaben übernehmen.

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„Bei Kia Motors Slovakia sind die Toolings mit Sensoren ausgestattet, die von einer gelben Hülle umgeben sind. Es handelt es sich dabei um mechanisch wirkende Sensoren, die detektieren, ob ein Greifer ein Werkstück aufgenommen hat oder nicht“, wie Bilsing berichtet. Auf diese Weise gehören die taktilen Sensoren zu einem Sicherheitssystem, das einem reibungslosen Umformprozess dient.

Zur Realisierung einer sicher ablaufenden Pressenautomatisierung gehört zunächst, dass das zum Werkzeug passende Tooling an die richtige Stelle des Saugerbalkens montiert wird. Dazu sind die beiden Saugerbalken beidseitig farblich gekennzeichnet. Die rechte Seite mit roter Farbe die linke mit grüner.

Passend dazu sind auch die Toolingwerkzeuge farblich markiert. Darüber hinaus wird jedes Tooling über den sechspoligen roten Stecker identifiziert. „Bevor die Presse gestartet wird, überprüft die Steuerung, ob an jeder Stelle das richtige Tooling installiert wurde“, so Bilsing.

Sauger müssen sehr präzise aufsetzen

Diese Saugertoolings müssen mit höchster Präzision auf das zu handhabende Teil in der Presse eingestellt sein. Solche Einstellprozesse lassen sich direkt auf der Produktionspresse, aber auch auf entsprechenden Simulatoren oder Tryout-Pressen durchführen, wo auch die entsprechenden Werkzeuge eingestellt werden.

Bei Kia Motors Slovakia müssen die Sauger in hoher Präzision im rechten Winkel auf das Blech aufsetzen. Das erfordert der Umformprozess, der in Teplicka ölfrei gefahren wird. Dieses ölfreie Umformen bietet eine Reihe von Vorzügen, erläutert Bilsing: „Man braucht zum Beispiel keine Ölwaschanlagen. Die Werkzeuge bleiben sauber. Die Handhabung von ölfreien Blechen ermöglicht es, teilweise kleinere beziehungsweise weniger Sauger einzusetzen.“

Zu den Vorzügen des Bilsing-Greifersystems gehört das bequeme Feineinstellen der Sauger auf das Umformteil: Mit einem Achter-Inbusschlüssel lassen sich Tragarme, Saugerklemmblöcke und alle anderen zum Greifer gehörenden Baugruppen festziehen und lösen, so dass sich mit geringem Aufwand Anpassungen an veränderte Oberflächengeometrien eines Blechteils ausführen lassen.

Diese Konstruktion ermöglicht es auch dem Betreiber nach entsprechender Unterweisung, aus dem Bilsing-Greiferbaukasten neue Greifer zu montieren. Die bei einem Produktwechsel auszutauschenden Greifersätze befinden sich ganz in der Nähe der Werkzeugwechselwagen auf speziellen Ablagewagen.

Saugerbalken werden automatisch ausgetauscht

Welche Kräfte die Sauger erzeugen müssen, wird deutlich, wenn man auf die Geschwindigkeit schaut, mit der die Saugerbalken in der Presse bewegt werden. Zeitgleich mit dem automatischen Wechseln der Presswerkzeuge werden auch die Saugerbalken, die sich auf den Werkzeugwechselwagen befinden und zuvor manuell mit den Toolings komplettiert wurden, automatisch ausgetauscht.

Im Arbeitsraum der Presse übernehmen die Saugerbalken-Transfergeräte der Firma Güdel die Saugerbalken. Die Steuerung dieser Geräte gehört mit zu den Grundlagen der hohen Produktivität des gesamten Umformprozesses: Die Längsbewegung der Blechwerkstücke übernehmen separat angesteuerte Lineareinheiten, die drehbar gelagert sind.

Diese Gestaltung ermöglicht die Realisierung einer wellenförmigen Bewegung der Umformteile. Auf diese Weise wird in der vorhandenen Zeit der Stößelbewegungen vom und zum Unterwerkzeug ein Werkstück entnommen und in paralleler Bewegung das nächste eingelegt.

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