Die Funktion „Global Manager Sustainable Development“ wurde unlängst bei Bystronic ins Leben gerufen. Im Interview erklären Michael Präger (Chief Sustainability Officer) und Eckard Deichsel (Global Manager Sustainable Development), beide Bystronic, wo und wie Nachhaltigkeit in der Blechbearbeitung umgesetzt wird.
(Bild: Bystronic)
Hand aufs Herz: Wie nachhaltig sind Sie privat?
Eckard Deichsel: Seit vielen Jahren interessiere ich mich privat für Nachhaltigkeit und mir ist während des WEF2020 klar geworden, dass das Thema auch vor der Blechbearbeitung nicht haltmachen wird. Es gibt noch viel Potenzial bei mir und meiner Familie. Aber wir haben ein Verständnis und Einsicht entwickelt.
Was hat es mit der neuen Position als Sustainability Engineer „Global Manager Sustainable Development“ auf sich?
Deichsel: Ich habe eine Dual Reporting Line zum CTO von Bystronic und zum Chief Sustainability Officer. Meine Aufgabe ist es, unsere Produkte und Lösungen nachhaltiger zu gestalten, was man auch mit mehr Energie- und Ressourceneffizienz umschreiben kann. Wir haben bei Bystronic Nachhaltigkeit in den Produktentwicklungsprozess integriert und treiben Dekarbonisierung, Reduktion von Scope-3-Emissionen sowie die Kreislaufwirtschaft voran. Das kann ich natürlich nicht alleine und arbeite eng mit den Entwicklungsabteilungen an unseren Standorten zusammen.
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Wie setzt man bei Bystronic das Thema Nachhaltigkeit um?
Michael Präger: Bei Bystronic verstehen wir Nachhaltigkeit auf drei Ebenen: Zum einen wollen wir uns als Unternehmen nachhaltig aufstellen, zweitens wollen wir unseren Kunden dabei helfen, nachhaltig zu werden, denn dort haben wir den größten Hebel. Und drittens möchten wir Blech als Material der Zukunft positionieren und unsere Industrie zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren.
Wenn bei Ihren Produkten der größte Hebel ist, was genau unternehmen Sie da?
Präger: Wenn diese energieeffizient sind, dann hat das einen positiven Einfluss auf die Stromrechnung. Ressourceneffizienz kann mit hoher Ausbeute beim Produktionsprozess erreicht werden. Hier hilft das langjährige Prozess-Know-how von Bystronic sowie viele Features rund um die Maschine und in unserer neuen By Soft Suite. Dann wollen wir aber auch gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen erarbeiten, wie unsere Produkte optimal in deren Infrastruktur integriert werden – z. B. Wärmerückgewinnung.
Stichwort Kunden: Wie erleben Sie deren Ambitionen hinsichtlich Nachhaltigkeit?
Präger: Viele unserer Kunden haben schon einige beachtliche Dinge auf die Beine gestellt. Ich habe auch einige Familienunternehmen besucht, die in Eigenregie eine komplette Energieoptimierung ihrer Produktion durchgeführt haben.
Mehr Effizienz im Presswerk
Die Fachtagung von MM MaschinenMarkt und blechnet
Presswerke sind eine Millioneninvestition, entsprechend viel Output erwartet man von ihnen. Wie lassen sich Kosten senken und die Effizienz erhöhen? Vor dem Hintergrund der Herausforderungen von Qualität, Flexibilität, sinkenden Losgrößen und Verfügbarkeiten gilt es die Produktion für den steigenden Kostendruck fit zu machen. Lösungen, die Sie sofort in Ihrem beruflichen Alltag unterstützen, finden Sie als Entscheider auf unserer praxisnahen Fachtagung.
Wie beurteilen Sie generell die Nachhaltigkeit in der Blechindustrie?
Präger: Für die Nachhaltigkeit gibt es noch viel Potenzial und die Entwicklungen gehen erst jetzt richtig los. Die Blechindustrie hat aber auch schon einiges erreicht, es aber eher als Performance-Verbesserungen tituliert und weniger als nachhaltige Lösung. Das hat sich erfreulicherweise an der Euroblech geändert. Auf der Messe ist uns darüber hinaus klar geworden, dass viele Kunden noch nicht so weit sind. Je nach Region ist das Thema Energiekosten aber sehr relevant. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen werden aber früher oder später die meisten Kunden mit Themen rund um Nachhaltigkeit konfrontiert sein. Wir bei Bystronic möchten nicht so lange warten und unseren Kunden schon jetzt mit nachhaltigen Lösungen partnerschaftlich zur Seite stehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein grundsätzlicher Aufklärungsbedarf besteht – nicht nur in der Blechbearbeitung. Da die Hebelwirkung in unserer Branche jedoch recht hoch ist, lohnt es sich hier auf jeden Fall. Ich finde es auch sehr gut, wenn die Medien dieses Thema verstärkt aufnehmen.
Welche Stellschrauben in der Entwicklung müssen gedreht werden, um Nachhaltigkeit in Unternehmen langfristig zu adressieren?
Deichsel: Ein zentrales Thema ist die Verankerung der Nachhaltigkeit in unseren Produkt-Entstehungs-Prozess (PEP). Dann sehe ich aber auch großes Potenzial im Mindset jedes einzelnen Mitarbeiters. Seither waren Themen wie Funktionalität, Zuverlässigkeit, Time to Market und Herstellkosten sehr zentral. Und jetzt kommt noch die Nachhaltigkeit hinzu. Hier sind innovative Lösungen gefragt. Um die wichtigsten Stellschrauben zu identifizieren, haben wir eine Ökobilanz einer Laser- und Biegemaschine erstellt. Daraus leiten wir die wichtigsten Themenfelder ab und können uns auf die wichtigsten Themen fokussieren. Rückblickend haben wir schon eine große Stellschraube beim Laserschneiden gedreht. Mit der Einführung der Fibertechnologie braucht ein Faserlaser nur noch rund 25 Prozent der Energie wie ein CO2-Laser in der gleichen Leistungsklasse – gerechnet auf das gleiche Schneidteil. Beim Biegen ist unsere Energy-Saver-Technologie längstens etabliert.
Worin sehen Sie dabei das größte Potenzial?
Deichsel: Großes Potenzial sehen wir in der Summe von vielen kleinen Maßnahmen, die teilweise auch relativ kurzfristig umgesetzt werden können. Dies können beispielsweise verbesserte Energiespar- und Stand-by-Funktionen sein oder auch energieeffizientere Komponenten. Dann gibt es natürlich jede Menge Potenzial rund um den eigentlichen Prozess – sei es beim Schneiden oder beim Biegen. Hier gilt: vom Groben zum Feinen. Längerfristig sehe ich dann eher größere Themen, die fundamentale Eingriffe erfordern oder auf ganz neuen Technologien basieren. Aber auch hier sind wir dran und schauen uns Themen wie z. B. Restwärme-Management an.
Stand: 08.12.2025
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KI ist u. a. eine der zentralen Technologien, mit denen Unternehmen eine nachhaltige Produktion ermöglichen können. Wie weit ist Bystronic bereits auf diesem Gebiet?
Deichsel:KI bzw. selbstlernende Algorithmen kommen bei uns schon zum Einsatz. Insbesondere für die Nachhaltigkeit können hier Vorteile genutzt werden. Ein Beispiel ist unser Parameter-Wizard, der es auch weniger erfahrenen Maschinenbedienern erlaubt, schnell und effizient die besten Parameter einzustellen und somit wenig/keinen Ausschuss zu produzieren. Mit dem Parameter-Wizard testen wir heute schon grünen Stahl, damit unsere Kunden sofort ab Verfügbarkeit die richtigen Einstellungen treffen können.
Hätten Sie einen Wunsch frei, was würden Sie sich wünschen?
Präger/Deichsel: Wir würden uns wünschen, dass viele Unternehmen und auch die Blechindustrie als Vorreiterindustrie in Sachen Nachhaltigkeit wahrgenommen werden und somit Blech als Material der Zukunft zu nachhaltigem und weiterhin auch wirtschaftlichem Erfolg beisteuert.