Zerspanungstechnik Großteilbearbeitung liegt im Trend
Wer als Zulieferer trotz des turbulenten Umfeldes in Großfräsmaschinen investiert, kann von der Nachfrage nach Fertigungsdienstleistungen für Großteile profitieren. Das gilt für Werkzeugbauer ebenso wie für Lohnfertiger im Maschinenbau. Gefragt sind dabei vorwiegend Maschinen mit hoher Steifigkeit und Dynamik.
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„Gemessen an der derzeitigen allgemeinen wirtschaftlichen Situation laufen unsere Geschäfte gut“, freut sich Karlheinz Weiß, geschäftsführender Gesellschafter der Weiß Metallbau GmbH in Neuenstadt-Stein. Das Unternehmen fertigt hauptsächlich Serienwerkzeuge aus Stahl- und Gusswerkstoffen sowie Vorrichtungen für die Automobilindustrie.
Große Fräsmaschinen holen Aufträge herein
Die gute Auftragslage führt Weiß auch auf Investitionen im zurückliegenden Jahr in eine neue 800 m2 große Halle und eine große Fahrständer-Fräsmaschine mit automatischem Fräskopfwechselsystem des Herstellers Soraluce zurück. Damit kann man große Werkzeuge und Formen bis zu einem Gewicht von 32 t bearbeiten, vorher lag das Limit bei 12,5 t. Der automatische Fräskopfwechsel, er dauert etwa 2,5 min, sorgt beim Bearbeiten für einen schnellen Übergang vom Schruppen zum Schlichten.
„Wir können nur dann auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir mit leistungsfähigen Fräsmaschinen die Fertigungskosten minimieren und auf veränderte Nachfrage reagieren können“, begründet Weiß die Investition. Gerade beim Bearbeiten von gehärteten Stahl- und Gusswerkstoffen seien hohe dynamische Steifigkeit beim Schruppen, thermische Stabilität und hohe Dynamik beim Schlichten ebenso gefragt wie eine hohe Verfügbarkeit der Fräsmaschine, bringt er die Anforderungen an Fräsmaschinen auf den Punkt. Er setzt deshalb ausschließlich auf Soraluce-Fahrständer-Fräsmaschinen, weil sie beides bieten.
Fahrständer-Fräsmaschinen gegenüber Portal-Fräsmaschinen bevorzugt
Hinzu kommen die Bauart-bedingten Vorteile im Vergleich zur Portalbauweise, die zwar eine höhere Steifigkeit bietet und das Rüsten vereinfacht, aber mehr Platz, ein größeres Fundament und höhere Investitionen erfordert. „Auf Fahrständer-Maschinen ist durch den besseren Spänefall auch die Werkzeugstandzeit länger und es kann mit höheren Vorschüben gefräst werden“, bilanziert Weiß.
Zudem ermögliche die hohe Dynamik der Fahrständer-Fräsmaschine bei kleinerer Zustellung eine höhere Geschwindigkeit, so dass beim Schruppen das gleiche Zerspanvolumen wie auf Portalmaschinen erreicht werden könne. „Weil meine Mannschaft mittlerweile umfangreiche Erfahrung mit Fahrständer-Fräsmaschinen hat, dauert auch das Rüsten nicht länger als bei einer Portalmaschine“, betont Weiß. Vergleichsweise nimmt das Drehen des Werkstücks von der horizontalen in die vertikale Stellung gerade mal etwa 5 bis 10 min Mehraufwand in Anspruch.
Bei all den Vorteilen wundert es nicht, dass Weiß beherzt zugriff, als ihm der Limburger Zerspanungsspezialist Bimatec-Soraluce die neu entwickelte Fahrständer-Fräsmaschine FV-HSC mit Verfahrwegen in X, Y und Z von 6000, 2500 und 1200 mm offerierte, die in puncto Dynamik alles bisher erreichte in den Schatten stellt.
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