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Industrieroboter haben den üblichen Sondermaschinen oder Spezialanlagen weitere Vorteile voraus: Sie sind wesentlich kostengünstiger, wartungsfreundlicher und flexibler in der Anwendung. Bei Modell- oder Formatwechseln sind meist nur andere Steuerungsprogramme, Greifer- oder Werkzeugwechsel sowie eventuell andere Aufspannvorrichtungen erforderlich – und wesentlich kürzere Rüstzeiten. Mit den Softwarelösungen, wie zum Beispiel denen von ABB, können Anwender zudem einfach eigenständige, bedarfsangepasste Applikationen erstellen.
Rund um die Schuhmaschinearbeiten die Roboter
Die Desma-Schuhmaschinen bestehen je nach Anforderungen aus 12/18/24 oder 30 Schließeinheiten mit ebenso vielen, im Karussell umlaufenden, schwenk- und absenkbaren Leisten. Um diese Schuhmaschine herum sind die einzelnen Roboterstationen wie die Spritzgießeinheit, Inspektions-, Wartungs- sowie manuelle Arbeitsplätze zum Aufleisten der Schäfte und dem Ausleisten der fertigen Schuhe angeordnet. Wie üblich, arbeiten die Roboter im rauen Produktionsalltag getrennt vom Bedienpersonal hinter Sicherheitszäunen (Bild 2).
Das Programmieren der Roboter kann über klassisches „Teaching“ am Programmierpanel des Roboterherstellers erfolgen. Desma integriert optional auch eigene, an die Anforderungen angepasste Assistenzsysteme, die diesen Prozess optimieren und so Anlagenstillstände deutlich reduzieren. Diese Systeme beginnen mit der für jeden bei Desma eingesetzten ABB-Roboter als Plug-in erhältlichen Desma-Software GRC (Graphical Robot Control).
Die nächste Ausbaustufe beinhaltet ein PC-basiertes Offline-Programmiersystem mit zahlreichen für die Schuhindustrie typischen Funktionen. In der High-End-Version kann das System sogar inline die Roboterbahnen selbstständig generieren – und so auf Bauteilabweichungen reagieren. Die Kommunikation zwischen Maschinen und Robotern erfolgt auf Prozessebene und für Sicherheitssignale über binäre Signale und Feldbustechnologien. Die erweiterte Kommunikation, soweit sie für den Produktionsprozess nicht zwingend erforderlich ist, erfolgt über TCP/IP.
Bahngenauigkeit der Roboter ist höher als gefordert
Bis zu 150 Paar Schuhe kann eine Desma-Anlage pro Stunde produzieren. Das entspricht einer Taktzeit von 12 s pro Schuh. Die Robotertaktzeiten betragen dabei je nach Aufgabe zwischen 4 und 10 s, die Wechselzeiten für das Weitertakten der Rundtischanlage 2 bis 4 s. Mit einer Bahngenauigkeit von ± 0,1 mm übertreffen die Roboter die an sie gestellten Präzisionsanforderungen, denn in der Schuhindustrie liegen die üblichen Toleranzen bei circa ± 0,5 mm. Die folgenden Beispiele zeigen die Praxis bei Desma. Sie bauen auf der ABB-Robotersteuerung IRC5 auf. Diese nutzt die Bedienoberfläche Desma GRC (Bild 3).
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