Robotik

Handwerk und Hightech zwischen Schaft und Sohle

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Sohlen bearbeiten: Desma hat eine effiziente Roboterzelle für das Ankleben von Sohlen mithilfe eines Roboters IRB 1600 entwickelt. Damit lassen sich auch kleinere Losgrößen wirtschaftlich automatisiert fertigen. Schuhhersteller können damit eine marktnahe Fertigung selbst im hochpreisigen Europa attraktiv und kostengünstig realisieren. Die autark arbeitende, kompakt gestaltete Sohlenbearbeitungszelle lässt sich als Stand-alone-Lösung einsetzen oder in bestehende Produktionslinien integrieren. Der Schuhhersteller benötigt lediglich Anschlüsse für Druckluft und Strom. Nach schnellem Aufbau der Roboterzelle gemäß Plug-and-play-Konzept kann er umgehend die Produktion starten – Desma prüft in vorherigen Probeläufen und Tests alle vom Kunden benötigten Funktionen.

Punktgenaues und exakt dosiertes Auftragen des Trennmittels

Trennmittel aufsprühen: Beim Spritzgießen von Polyurethan-Sohlen sorgen Trennmittel für ein einfaches und sicheres Entnehmen der gefertigten Sohlen aus der Form. Das punktgenaue und exakt dosierte Auftragen des Trennmittels unterstützt ein eigens von Desma entwickeltes, robotergeführtes elektrostatisches Sprühsystem. Das Auftragen übernimmt ein Roboter vom Typ IRB 1600. Vorteile des Verfahrens sind ein geringerer Trennmitteleinsatz, ein leichteres Entformen, eine höhere Produktqualität sowie höhere Standzeiten der Formen. Weiter führt der sparsame Trennmittelverbrauch zu einer geringeren Belastung der Mitarbeiter sowie der Umwelt (Bild 4).

Materialgerecht aufrauen: Die Klebeflächen an Sohle und Schaft sind gezielt aufzurauen. Dabei erfordern die unterschiedlichen Materialien jeweils individuell angepasste Bearbeitungsgeschwindigkeiten und Anpressdrücke. Das realisiert Desma mit einem kraftgeregelten Rau-Roboter auf Basis des IRB 2600, in dessen Handgelenk ein schwenkbar gelagerter Aufrauvorsatz mit rotierendem Werkzeug integriert ist. Per Kraftregelung lässt sich die Anpresskraft innerhalb einer Kontur variieren. Weiter ermöglicht der Rau-Roboter ein effizientes, jederzeit reproduzierbares, konturgenaues Rauen. Das geforderte hohe Niveau lässt sich nur mittels Roboterbearbeitung erzielen. Die Rau-Roboterzellen lassen sich in bereits bestehende Produktionslinien integrieren – sowohl für die Direktansohlung als auch für konventionelle Schuhproduktionen.

Kombinationskopf zum Aufrauen und Klebstoffsprühen

Klebstoff auftragen: Der von Desma entwickelte Klebstoff-Sprühroboter basiert auf einem IRB 1600. Er trägt das verbindende Medium gleichmäßig und punktgenau in exakt der jeweils erforderlichen Menge beziehungsweise Schichtdicke auf. Präzise Sprühbilder gewährleisten einen geringen Klebstoffverbrauch und eine sichere Haftung der zu verklebenden Komponenten (Bild 5).

Pick-and-Place-Roboter: Bei Pick-and-place-Aufgaben wie dem Positionieren von Leisten, Sohlenteilen, Stahlsohlen oder Stollen sowie beim Übergeben und Entnehmen von Schuhen, Stiefeln und Sohlen an andere Arbeitsstationen entlasten Roboter die Mitarbeiter von ermüdenden, teilweise gesundheitsschädigenden Tätigkeiten. Roboter arbeiten bei Bedarf rund um die Uhr sowie Takt für Takt mit gleicher Geschwindigkeit und Präzision (Bild 6).

Kombi-Roboter: Kombi-Roboter verfügen je nach Aufgabenstellung über einen Kombinationskopf zum Aufrauen und Klebstoffsprühen oder Aufrauen und Einlegen von Stahlsohlen. Sind die fertigungsbedingten Taktzeiten länger als für einen Roboterarbeitszyklus erforderlich, lässt sich der Roboter alternierend für zwei unterschiedliche Aufgaben nutzen. Das spart Zeiten für einzelne Jobs, die sonst nacheinander erledigt werden. Außerdem reduziert es Investitionsmittel für sonst zusätzlich erforderliche Maschinen sowie den Platzbedarf der Gesamtanlage.

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