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Die Bearbeitungszelle ermöglicht besonders kurze Taktzeiten
Die Roboterzelle ermöglicht ein hochgradig effizientes und intuitiv erfassbares Arbeiten. Der Maschinenbediener entnimmt dazu die unterschiedlichen Sohlen aus einem Magazin und legt sie auf das Förderband. Aufgrund technisch bedingter Fertigungstoleranzen sind die Sohlen nie zu 100 % identisch. Deshalb erfasst beim Einschleusen der Sohlen in die Zelle ein Detektor zunächst automatisch deren Geometriedaten, die Position und Orientierung auf dem Förderband. Aus diesen Daten generiert das Auswertungsprogramm innerhalb von 2 bis 3 s ein individuelles Steuerprogramm zum Bearbeiten der einzelnen Sohle und überträgt es an die Robotersteuerung IRC5. Der Roboter kann sowohl die Außenkonturen der jeweiligen Sohle konturgenau abfahren als auch den Kleber je nach Anforderungen mit unterschiedlichen Sprühbildern auftragen. Seine hohe Präzision und die Geschwindigkeit der Handachsen ermöglichen ihm auch ein schnelles Umorientieren des Sprühkopfes bei komplexen Sohlenkonturen – und daraus resultieren letztlich kurze Taktzeiten von nur 10 s pro Schuh.
Qualitätsschwankungen werden automatisch kompensiert
Nach dem Kleberauftrag löscht das System das soeben verwendete Bearbeitungsprogramm und übernimmt das nächste Sohlenbearbeitungsprogramm vom Detektor. Christian Decker, ebenfalls Geschäftsführer bei Desma, hebt hervor, dass dies die erste Roboterlösung mit einem sich selbst regelnden „Einwegprogramm“ im Schuhsektor ist. Ihr großer Vorteil: Längenabweichungen und andere prozessbedingte Qualitätsschwankungen kompensiert das Programm automatisch. Vor allem könne man bei kleineren Losgrößen die Fertigungskosten niedrig halten. Auch hinsichtlich Arbeitssicherheit und Arbeitsplatzhygiene überzeugt die neue, vollständig gekapselte Roboterzelle: Die angeschlossene Absaugvorrichtung entfernt daraus zuverlässig die Klebstoffdämpfe.
Diese Automatisierungslösungen zeigen neue Wege auf, um mit standardisierten Modulen flexibler und erfolgreicher am Markt zu agieren. Für andere Branchen lassen sich analog dazu jeweils spezifische Prozessketten in den Fertigungslinien darstellen. MM
* Yafang Li ist Mitarbeiterin bei der Klöckner Desma Schuhmaschinen GmbH in 28832 Achim. Dipl.-Ing. Hans P. Fritsche ist Fachjournalist
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