Proart Prototypes/Richard Mille

Hier ticken die Uhren anders

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Neue Maschine bringt Unabhängigkeit

Mit der Anschaffung einer Emco Maxxturn 65, einem Sinumerik-gesteuerten Drehzentrum mit Stangenlader, hat das Fertigungsunternehmen ganz wesentlich an Autonomie gewonnen. Zuvor war Proart bei der Produktion von Uhrengehäuseteilen aus Titan auf die Zulieferung gestanzter Rohlinge angewiesen. «Davon mussten wir immer gleich mehrere Hundert Stück abnehmen. Zudem kam es bei den Rohlingen immer wieder zu Problemen bei der Bearbeitung, beispielsweise durch Spannungen und Ungleichmäßigkeiten im Material», so Alain Varrin, Geschäftsführer von Proart. Seit der Inbetriebnahme der Drehmaschine Anfang 2014 werden die Teile nicht mehr aus Rohlingen, sondern aus dem Vollen gefertigt.

Damit hat sich auch die Zahl der notwendigen Bearbeitungsgänge reduziert. Während bei den gestanzten Rohlingen nach dem Schruppen noch vier bis fünf Arbeitsgänge erforderlich waren, sind es nun nur noch zwei. «Mit der neuen Maschine sind wir unabhängiger und wesentlich schneller geworden – ohne Einbussen bei der Qualität», erklärt Varrin. Das Drehzentrum gestattet die Bearbeitung des Werkstücks an Spindel und Gegenspindel und ist mit der leistungsfähigsten Siemens-CNC, der Sinumerik 840D sl, ausgestattet. Sie bringt alle notwendigen Funktionen mit, um das Potenzial und die Präzision der Drehmaschine maximal auszuschöpfen.

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Die Beschaffung dieser Maschine war über den Schweizer Emco-Exklusivvertrieb, die Argonag AG, erfolgt. Für die besonderen Anforderungen haben die Werkzeugmaschinenexperten mit zwei direkt auf dem Revolver montierten Hochfrequenzspindeln eine Speziallösung entwickelt und umgesetzt. «Diese Spindeln lassen sich über die CNC ansteuern, programmieren und überwachen», erklärt Heinz Müller, der bei Argonag zuständige Betreuer von Proart. «Da die Stromversorgung intern zugeführt ist, lässt sich der Werkzeugwender durchschwenken. Das verhindert Beschädigungen an den Versorgungsleitungen durch Späne oder Schmiermittel.»

Werkzeugplätze mehrfach belegen und einfach verwalten

Neben der Spezialausstattung verfügt die Emco-Maschine über viele nützliche Details, die die tägliche Arbeit der Maschinenbediener erleichtern: Der Zwölffach-Servo-Revolver ist ergänzt durch Multitools, die es erlauben, die Werkzeugplätze auf dem Revolver mehrfach zu belegen. Das löst das bekannte Problem, dass Drehmaschinen nur eine begrenzte Anzahl von Werkzeugplätzen bieten. Die Werkzeugverwaltung der Sinumerik unterstützt diese Anwendung mit allen notwendigen Funktionen.

Die Werkzeuge lassen sich ganz einfach als Multitool anlegen und mit den gewohnten Funktionen der komfortablen Sinumerik-Werkzeugverwaltung einfach handhaben. Die Werkzeugliste ist bei mehrfach belegten Plätzen um eine Spalte für die Multitool-Platznummer ergänzt. Didier Habegger, der die Emco bedient, ist von der Werkzeugverwaltung der Bedienoberfläche Sinumerik Operate auf der CNC restlos überzeugt: «Da wir keine großen Serien fertigen, ist es für uns besonders wichtig, dass sämtliche Werkzeuge immer im Speicher der Steuerung bleiben. Das erleichtert und beschleunigt das Umrüsten ungemein.» Der im Arbeitsraum montierte Werkzeugmesstaster und die vordefinierten Messzyklen der Sinumerik erlauben überdies im Automatikbetrieb das Vermessen und die Bruchüberwachung des Werkzeugs.

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