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Proart Prototypes/Richard Mille Hier ticken die Uhren anders

| Redakteur: Silvano Böni

Hohe Ansprüche an Präzision und Qualität sind in der spanenden Fertigung in vielen Industrien gefordert. Doch die Uhrenindustrie treibt das auf die Spitze: Selbst kleinste Nachlässigkeiten und jede noch so winzige optische Unregelmäßigkeit sorgen hier bereits für Ausschuss.

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Proart produziert zwischenzeitlich ausschliesslich für die Uhrenmarke Richard Milles. Im Bild die RM 60-01.
Proart produziert zwischenzeitlich ausschliesslich für die Uhrenmarke Richard Milles. Im Bild die RM 60-01.
(Bild: Proart)

Betriebe der spanenden Fertigung für die Uhrenindustrie müssen ihre Leistungsfähigkeit täglich und bei jedem einzelnen Teil unter Beweis stellen. Mit dem Einhalten von minimalen Maßtoleranzen sticht ein Unternehmen nicht aus der Masse hervor, sondern erfüllt gerade einmal die Grundvoraussetzungen. Denn darüber hinaus ist bei Uhren – insbesondere bei sichtbaren Oberflächen – ein optisch ansprechendes Bearbeitungsbild entscheidend. Zu schaffen ist das nur mit einer hochwertigen Maschinenausstattung, die für diese Art von Präzision und Oberflächenqualität gemacht ist.

Hochburg der Uhrenindustrie

Im Schweizer Jurabogen haben sich viele kleinere Betriebe aus der Uhrenindustrie angesiedelt. Im Jahr 2012 zog die Firma Proart Prototypes S.A. hier im kleinen Örtchen Les Breuleux in ein neues Fabrikgebäude ein. Die Firma, die ursprünglich als Ein-Mann-Betrieb mit konventionellen Werkzeugmaschinen auf den Bau von Prototypen spezialisiert war, produziert zwischenzeitlich ausschließlich für die Uhrenmarke Richard Mille.

Eine neue Anlage wurde nach der Übernahme des Unternehmens durch die Richard-Mille-Gruppe angeschafft, die sich auf diesem Weg von anderen Zulieferern unabhängig gemacht hat. So ist gewährleistet, dass selbst ihre kleinen und kleinsten Fertigungsaufträge, wie sie in der Produktion von hochwertigsten Uhren oft vorkommen, prompt und zuverlässig erledigt werden.

Seit Anfang 2013 sind in diesem Unternehmen 15 unterschiedliche Präzisionswerkzeugmaschinen im Einsatz, um Teile für Uhrenunikate und Kleinserien von bis zu maximal 300 Stück zu bearbeiten. Pro Jahr entstehen zwischen 3000 und 3500 Uhren, verteilt auf etwa 30 unterschiedliche Modelle, in folgender Konstellation: Richard Mille ist für Entwicklung und Design der Uhren zuständig; Proart fertigt Uhrenteile, vor allem aus Titan oder Gold, und erledigt erste Arbeitsschritte der Montage, Guenat S.A. Montres Valgine übernimmt die Endmontage.

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