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Das Institut für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen (IFAS) der RWTH Aachen hat die Arbeitsanweisung „Umstellen auf Bioöl“ herausgebracht. Darin heißt es, dass in der Hydraulik beim Ölwechsel zu beachten sei, dass alle Öle aus nachwachsenden Rohstoffen grundsätzlich andere Lösungseigenschaften haben als Mineralöle. Ablagerungen, die sich im Verlauf von Jahren bei Mineralölbetrieb gebildet haben, werden von Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen – also auch von HOS-Ölen – innerhalb weniger Stunden aufgelöst.
Reinigungsmitteln kann dem aktuellen Mineralöl beigesetzt werden
Für die Umstellung von Hydraulikaggregaten auf das Öl Natoil Sunlub Ultra-Industry empfiehlt Natoil zunächst die Spülung mit einem Reinigungsmittel, das unbedenklich dem aktuellen Mineralöl beigesetzt werden kann. Es verbleibt zwei Tage in der Maschine. Anschließend wird bei Betriebstemperatur der Ölwechsel vorgenommen.
Natoil gewährleistet schon volle Funktionsfähigkeit bei einer Restölmenge unter 5%. Für eine Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ist eine maximale Restölmenge unter 2% erforderlich. Diese kann nur durch gründliche Spülung sichergestellt werden.
Öl aus nachwachsenden Rohstoffen mit fraglicher Öko-Bilanz
Zum Schluss bleibt die Frage nach der Öko-Bilanz: Wollte man tatsächlich die allein in Deutschland jährlich verbrauchte Menge von etwa 1 Mio. t Schmier- und Verfahrensstoffe durch nachwachsende Rohstoffe wie Raps substituieren, benötigte man entsprechend große Anbauflächen. Im Gegensatz dazu ist die Ölsonnenblume keine Lebensmittel- oder Futterpflanze. Der Anbau erfolgt auf Brachflächen in Europa.
Beim Prodikt Sunlub Ultra-Industry handelt es sich um ein Leichtlauföl mit Viskositätsindex VI200 (Wassergefährdungsklasse WGK 1). Es ist natrium- und chlorfrei und besteht zu mehr als 70% aus nachwachsenden Rohstoffen, was sich positiv in der biologischen Abbaubarkeit nach OECD 301 (größer 70%) niederschlägt.
Leichtlauföl übertifft VDMA-Anforderungen
Die Anforderungen der VDMA-Richtlinien werden übertroffen. Das Produkt „verträgt“ sich mit Lagerwerkstoffen wie Buntmetallen und mit den in Hydrauliksystemen gängigen Dichtungswerkstoffen.
Prinzipiell gilt beim Ölwechsel die Regel: Schmierstoffe und Hydrauliköle dürfen nicht länger als möglichst billige Betriebshilfsstoffe betrachtet werden. Sie erfüllen vielmehr Funktionen eines Maschinenelements. Wenn das beachtet wird, dann haben Ölwechsel bei Fuhr- oder Maschinenparks erst recht einen Sinn.
Otto Botz ist Vorstandsvorsitzender der Natoil AG in CH-6039 Root Längenbold bei Luzern.
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