Schuler Hirschvogel installiert rekordgroße Kaltfließpresse mit Servoantrieb

Autor Stéphane Itasse

Die Hirschvogel Automotive Group nimmt derzeit am Stammwerk im oberbayrischen Denklingen eine 2000 t starke Schuler-Presse in Betrieb, auf der unterschiedliche Wellen für Getriebe, Antriebsstrang und Motor entstehen sollen. Es handelt sich um die erste Anlage zur Massivumformung in dieser Größenordnung, die über Servodirekttechnik (SDT) von Schuler verfügt.

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Hirschvogel erwartet von der neuen Schuler-Kaltfließpresse eine verbesserte Ausbringungsleistung.
Hirschvogel erwartet von der neuen Schuler-Kaltfließpresse eine verbesserte Ausbringungsleistung.
(Bild: Schuler)

Der Servoantrieb habe sich in der Blechumformung schon weitgehend durchgesetzt. Schuler stattet nun nach eigenen Angaben immer mehr Pressen für die Massivumformung mit der Servodirekttechnik aus. Neben der Anlage vom Typ MSL 2-2000 zählten dazu eine 1600 t starke Gesenkschmiedepresse und eine 500 t starke Kniehebelpresse. Die MSL 2-2000 sei bereits die siebte Maschine von Schuler, die in den Hallen von Hirschvogel läuft.

Presse mit Servodirekttechnik verbessert die Ausbringung

„Durch die Servodirekttechnik wird sich die Ausbringungsleistung verbessern“, sagt Frank Dobus, Betriebsleiter bei Hirschvogel. „Aufgrund der Tatsache, dass sich die Geschwindigkeit des Stößels gezielt steuern lässt, können wir Umformung und Transfer der Teile ideal aufeinander abstimmen und die Werkzeugstandzeiten verlängern. Dank der frei programmierbaren Stößelbewegung erleichtert sich auch der Einrichtbetrieb erheblich. Darüber hinaus rechnen wir mit einem deutlich reduzierten Energiebedarf der neuen Anlage.“

Einziger Wermutstropfen bei der jüngsten Anschaffung war der Transport der Kaltfließpresse, wie Schuler berichtet: Hirschvogel habe die Route mehrmals umplanen müssen, weil sich auf der ursprünglichen Strecke mehrere sanierungsbedürftige Brücken befanden. Diese hätten der Belastung nicht standgehalten und seien deshalb von den zuständigen Behörden abgelastet, also für Schwertransporte gesperrt worden. Kein Einzelfall: „Marode Brücken machen Schwertransporte über unsere Straßen zunehmend schwieriger“, sagt Dobus laut Mitteilung und bestätigt damit eine Erfahrung, die auch Schuler gemacht hat. „Dieser Standortnachteil kann auf lange Sicht die Existenz einheimischer Unternehmen gefährden.“

Transport der Kaltfließpresse dauert drei Tage

Am Ende nahm die Beförderung der Presse von Göppingen zum Stammsitz nach Denklingen drei Tage und Nächte in Anspruch, wie es heißt – einschließlich eines Wechsels des Tiefladers, um die Genehmigung für die Nutzung einer Bundesstraße zu erhalten. Mit dem Auto hätte die Fahrt auf direktem Weg lediglich 2 h gedauert. Der Produktionsstart ist für April geplant. Und spätestens dann dürfte laut Schuler der Ärger über den aufwändigen Schwertransport wieder verblasst sein.

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