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Kabeltechnik

Hochseeeinsatz erfordert dafür zulässige Leitungen

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Gemeint ist Andreas Bartsch, Anwendungsberater bei Lapp. Nachdem Dorner den Kontakt zwischen ihm und dem Verein hergestellt hatte, schickten ihm die Hamburger Segler eine Liste mit den technischen Anforderungen an die Leitungen wie Anzahl der Adern, Querschnitte und Mengen. Entscheidend, so Bartsch: „Die Leitungen sollten möglichst hochwertig sein und eine hohe Ausfallsicherheit haben.“ Mit Marvin Schlesiger, dem Inspektor der Haspa beim HVS, klärte Bartsch weitere Fragen wie eventuell nötige Zulassungen.

Das Rennen machten schließlich drei Ölflex-Steuerleitungen:

  • Ölflex Heat 125 MC, geeignet für einen weiten Temperaturbereich von –55 bis 125 °C. Die Leitung hat auch die Zulassung des Germanischen Lloyd für den Einsatz in der Schifffahrt. Diese Zulassung ist allerdings für den Einsatz auf der Haspa nicht erforderlich.
  • Ölflex Heat 180 SIHF, eine Silikonleitung, die sich besonders gut für hohe Temperaturen bis 180 °C eignet, wie sie etwa an heißen Motorteilen auftreten können.
  • Ölflex H07RN-F, erweiterte Version. Diese Gummileitung ist ausgelegt für Temperaturen von –40 bis 90 °C.

Alle drei Leitungstypen sind sehr temperaturbeständig. Das ist wichtig, denn unter Deck kann es sehr heiß werden und im Außenbereich gibt es durchaus auch mal Frost. Selbstverständlich sind die Leitungen beständig sowohl gegen Süßwasser als auch gegen Salz­wasser.

Sicherheit an Bord erfordert Halogenfreiheit

Besonders wichtig ist die Sicherheit an Bord, falls ein Feuer ausbricht. Deshalb ist die Ummantelung der Leitungen frei von Halogenen. Denn halogenhaltige Leitungen haben die Eigenschaft, ätzende Dämpfe zu entwickeln, wenn sie mit Löschwasser in Berührung kommen. Das wäre auf hoher See fatal, denn die Menschen können sich dort nicht einfach vom Brandherd entfernen – eine Flucht ist unmöglich und ein Sprung ins Wasser keine Option.

Mit den Produkten, die Lapp geliefert hat, sind die Verantwortlichen beim Hamburgischen Verein Seefahrt „sehr zufrieden“, betont Wibke Borrmann. Und für Bartsch ist klar: „Natürlich bleiben wir über Herrn Dorner in Kontakt, die Broader View braucht ja sicher auch irgendwann neue Leitungen.“ Und nach den guten Erfahrungen mit der Haspa rechnet sich der Anwendungsberater gute Chancen auf einen Nachfolgeauftrag aus.

* Dr. Markus Müller ist Mitarbeiter der U. I. Lapp GmbH in 70565 Stuttgart

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