High-Speed-Motoren

Hohe Leistung in kleinem Bauraum

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Kundenspezifische Sonderlösung auf der SPS IPC Drives zu sehen

„Durch unser mehrstufiges Verfahren halten wir die Projektzeit kurz und können oft innerhalb weniger Monate einen passgenauen Motor liefern“, berichtet Schnüttgen. Etwa ein halbes Jahr dauerte beispielsweise die Entwicklung eines Elektroantriebs für einen Pkw, der nun Teil eines Vorserienmodells ist. Er wird auf der diesjährigen SPS als Beispiel für eine kundenspezifische Sonderlösung zu sehen sein.

Soll die Entwicklung schneller gehen, bietet sich der Rückgriff auf Einbauelemente und Antriebskits an. In der PSM-Reihe vereint der Maschinenbauer die elektromagnetischen Komponenten seiner Standardmotoren, wahlweise mit passender Welle. Auf dieser Basis kann GMN einen Sonderauftrag rasch umsetzen. Oder der Kunde kümmert sich selbst um die für ihn optimale Kühlung und Lagerung, das entsprechende Gehäuse und die Anschlüsse.

Elektromotoren als Ersatz für Hydraulikantriebe

Ein Thema, das Schnüttgen derzeit am Herzen liegt, sind elektrische Motoren als Ersatz für Hydraulikantriebe. Eine attraktive Alternative würden E-Motoren beispielsweise für Landmaschinen darstellen, meint der Technikleiter. Denn jeder Tropfen auslaufendes Öl schadet der Umwelt, außerdem sind hydraulische Systeme wenig energieeffizient. Die hohe Leistungsdichte, bislang das stärkste Argument für den Einsatz von Hydraulik, wird bereits jetzt von hoch drehenden Elektromotoren erreicht, die sich außerdem exakter steuern lassen. Der Knackpunkt bisher: Es fehlen geeignete Getriebe, um die hohen Drehmomente zu erzielen. GMN steht dazu mit verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Kontakt. „Gäbe es eine solche Lösung schon, wäre der Andrang groß“, so Schnüttgen.

Standardbaureihe wird vernetzt

Der Technikleiter beschäftigt sich vorerst mit der Überarbeitung der Standardbaureihe MSP. Diese soll künftig ein moderneres Design mit weicheren Linien erhalten, zudem wird der Fertigungsprozess optimiert. Als größte Neuerung ist eine Optionserweiterung hin zu intelligenter Vernetzung und Industrie 4.0 geplant. „Hierbei ist vieles denkbar, was im Sondermotorenbau bereits angeboten wird. Aktuell prüfen wir, welche Ausstattungsmerkmale unsere Kunden im Standard wünschen, beispielsweise in Bezug auf Sensorik und Schnittstellen. Und das immer mit dem Ziel, die Installation und den Betrieb zu vereinfachen und unsere Motoren möglichst kompatibel zu allen am Markt gängigen Systemen zu halten.“

GMN Paul Müller auf der SPS IPC Drives 2018: Halle 3A, Stand 200

* F. Stephan Auch ist Fachjournalist in Nürnberg. Weitere Informationen: Joachim Schnüttgen, Leiter Technik im Geschäftsbereich Elektrische Antriebe bei der GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG in 90411 Nürnberg

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