Kühlschmierstoffe In Sekundenabständen KSS analysieren und auswerten

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Mit dem vollautomatischen Gerät Fluid-Safe des Mönchengladbacher Schmierstoffspezialisten Rhenus Lub lassen sich über herkömmliche Parameter hinaus sogar der mikrobiologische Zustand von Kühlschmierstoff-Emulsionen messen und die Daten online übertragen.

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Mit Fluid-Safe erzielen Anwender in der Metall verarbeitenden Industrie signifikante Vorteile bei der Überwachung und Einstellung von wassermischbaren Kühlschmierstoffen.
Mit Fluid-Safe erzielen Anwender in der Metall verarbeitenden Industrie signifikante Vorteile bei der Überwachung und Einstellung von wassermischbaren Kühlschmierstoffen.
(Bild: Rhenus Lub)

Wassermischbare Kühlschmierstoffe enthalten naturgemäß Stickstoff- und Phosphorverbindungen, die einen idealen Nährboden für den Befall durch Bakterien bilden. Ohne entsprechende Pflege kann rasch eine Mischflora aus unterschiedlichen Bakterienarten, aber auch Schimmelpilzen, entstehen, die den Einsatz von Desinfektionsmitteln erfordert – oder aber eine so genannte Stoßkonservierung durch die Zugabe eines Formaldehyddepots.

Bakterienbefall kann Austausch der gesamten Emulsion zur Folge haben

Bakterien und Pilze ernähren sich zudem oftmals von Additiven, die Hersteller hinzufügen, um bestimmte Produkteigenschaften zu erzielen. Das bedeutet, dass ein Bakterienbefall vor allem auch die Funktionsfähigkeit von Kühlschmierstoffen gravierend beeinträchtigen kann. Im schlimmsten Fall muss die gesamte Emulsion ausgetauscht werden, was aufwendige und kostspielige Produktionsunterbrechungen zur Folge hat.

Angst vor „Montagsgeruch“

Anwender wie Instandhalter, Fluid Management-Verantwortliche und Kühlschmierstoffbeauftragte fürchten den so genannten „Montagsgeruch“ als olfaktorisches Alarmsignal, dass die Emulsion bakteriologisch gelitten haben könnte. Bislang sandten sie Proben der gefährdeten Emulsion mittels Kurier oder Lieferdienst zur Analyse in das Mönchengladbacher Labor von Rhenus Lub. Die Resultate der Untersuchungen wurden dem Absender digital oder per Fax übermittelt. Die Werte gaben und geben Anwendern in der Metall verarbeitenden Industrie wichtige Informationen, um die Nachsetzraten ihrer Fluide exakt ausführen und die Kühlschmierstoffe stabilisieren zu können. Der Nachteil bislang: Transport und Analyse erfordern einen Zeitaufwand von wenigstens 48 Stunden, überwiegend für die physische Beförderung der Probe ins Labor.

„Dank Fluid-Safe beginnt jetzt ein neues Zeitalter“, ist Dipl.-Ing. Meinhard Kiehl, Director Produktmanagement und Marketing bei Rhenus Lub, überzeugt. „Unser innovatives Messinstrument überprüft die Mikrobiologie eines Kühlschmierstoffs unmittelbar an der Maschine und zeigt alle wichtigen Standardwerte an.“

Das Instrument misst etwa 70 cm × 40 cm × 40 cm und entnimmt über kurze Durchflussleitungen kontinuierlich Emulsion aus der Zentralanlage, an der es direkt installiert wird. So können fortlaufend Standardwerte wie Konzentration, Leitfähigkeit und pH-Wert gemessen werden. Im Gegensatz zu anderen marktüblichen Geräten überwacht die Produktinnovation von Rhenus Lub darüber hinaus mit einem aufwendigen Verfahren die Mikrobiologie in der jeweiligen Anlage. Dabei werden alle Mikroorganismen bestimmt, die in der Emulsion enthalten sind.

Veränderungen innerhalb von Sekunden messen

„Mit diesem neuartigen Verfahren gewinnen wir einen deutlichen Zeitvorsprung und können so ein Abdriften der Anlage viel frühzeitiger erkennen“, berichtet Dr. Udo Quotschalla, Leiter Forschung & Entwicklung bei Rhenus Lub. „Das Einsenden und Analysieren von Fluidproben dauert per Kurier mindestens zwei Tage. Mit Fluid-Safe können Veränderungen innerhalb von Minuten oder sogar in Sekundenabständen gemessen werden.“

Dass kontinuierliche Verlaufskurven bessere Prognosen ermöglichen als punktuelle Messwerte im Abstand von mindestens 48 Stunden, hat sich bereits in Praxisversuchen als äußerst vorteilhaft herauskristallisiert. „Wir erkennen nun viel frühzeitiger, ob Kühlschmierstoff-Emulsionen ihren als optimal definierten Arbeitsbereich verlassen werden oder gar Sicherheitsgrenzen überschreiten“, erläutert Dr. Quotschalla. „So können wir sehr präzise und sicher innerhalb enger Toleranzgrenzen arbeiten.“

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