Integrated Industry

Industrie 4.0: Segen oder Fluch?

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Verwöhnt durch ein oftmals sehr erfolgreiches Produktgeschäft hat die deutsche Industrie im Durchschnitt noch Nachholbedarf bei dienstleistungsorientieren Geschäftsmodellen und auch im Bereich der Internettechnologien. Auch der demografische Wandel muss zukünftig noch stärker berücksichtigt werden. Während Japan und China kurzfristig mit ähnlichen demografischen Herausforderungen zu kämpfen haben, gilt es vor allem die Entwicklung im sich reindustrialisierenden Nordamerika aufmerksam zu beobachten.

Hürden auf dem Weg zu „Integrated Industry“ nehmen

So logisch die Entwicklung von „Integrated Industry“ auch klingt, einige Hürden müssen auf dem Weg dahin noch überwunden werden. So gilt es auf wirtschaftlicher Seite, tragfähige Geschäftsmodelle inklusive richtiger Positionierung und Preispolitik zu entwickeln, sowie diejenigen Anwendungen zu identifizieren, die dem Kunden den Mehrwert bieten, für den er auch zu zahlen bereit ist.

Auf technologischer Seite gilt es, die gesammelten Daten über das Potenzial eines Produktes oder einer Dienstleistung korrekt zu interpretieren und aufzubereiten, es muss die technologische Umsetzbarkeit und Anwendbarkeit gewährleistet sein sowie die Anwendung selbst technologische Zuverlässigkeit über einen langen Zeitraum bieten.

Wo sich neue Geschäftsfelder auftun, sind bewährte Geschäftsmodelle häufig einem Bestandstest ausgesetzt oder laufen Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Daher sind von Anfang an auch die weitere Entwicklung des bisherigen Produktportfolios zu betrachten sowie die Optionen im Verhältnis von eventuell nun konkurrierenden neuen Geschäftsmodellen.

Die deutsche Industrie muss sich neu erfinden

Insgesamt geht es für die deutsche Industrie hier um weit mehr als um neue Produkte und Systeme, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle. Es geht darum, sich im Ökosystem der „Integrated Industry“ neu zu erfinden. Die Unternehmen müssen dafür selbst agiler und flexibler werden, auf dezentrale Selbstorganisation und die Vernetzung über Unternehmensgrenzen und Branchen hinaus setzen, mehr von unten nach oben kommunizieren und ihren „Kern“ definieren.

Arthur D. Littles aktuelle und globale Studie zum Thema „Innovation Excellence“ zeigt, wie das gelingen kann. Alles in allem hat „Integrated Industry“ vor diesem Hintergrund das Potenzial, zum Segen für die deutsche Industrie zu werden.

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