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Inside 3D Printing

Industrie fordert Standards und Normen für den 3D-Druck

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Um die notwendigen Zertifizierungsverfahren erfolgreich zu durchlaufen, regt Rainer Gebhardt vom VDMA nun die Einführung von nationalen wie internationalen Standards auch für den 3D-Druck an. Die Industrie solle einen produktbezogenen Standard einführen, analog etwa zur ISO 12647 im graphischen Druckbereich. „Erst verbindliche Standards sorgen für vereinfachte Prozesse und ermöglichen größere Stückzahlen“, so der Experte weiter.

Nachdem eine entsprechende VDI-Richtlinie noch in diesem Jahr als realistisch erscheint, befindet sich eine entsprechende Maschinen-Richtlinie noch in der Sondierungsphase. Offen sind zudem weitere Fragen zum Produkt- und Kopierschutz sowie dem geistigen Eigentum. Ein Normungsausschuss im VDMA widmet sich unter anderem diesen ungeklärten Aspekten.

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Additive Manufacturing ersetzt nicht erprobte Produktionstechnologien

Den akuten Handlungsbedarf auf der Normungsagenda unterstreicht auch Martin Schäfer, Portfolio Project Manager Research & Technology Center bei der Siemens AG. Der Experte empfiehlt - ebenso wie der Vertreter vom VDMA - international verbindliche Standards. Diese seien für den weiteren Erfolg der neuen Druckverfahren unverzichtbar, um das Funktionieren global operierender Märkte sicherzustellen.

Während dessen schreitet die technologische Entwicklung weiter voran. „Additive Manufacturing ersetzt nicht erprobte Produktionstechnologien, sondern ergänzt diese und bringt neue Strukturen hervor“, bilanziert Franz-Josef Villmer, der eine Professur für Innovationsmanagement und Rapid Technologies an der Ostwestfalen-Lippe Universität für Applied Sciences inne hat.

Eine gänzlich neue Fabrik auf der grünen Wiese hat in diesem Jahr etwa das Unternehmen FKM in Betrieb genommen. Auf rund 2800 m² Fläche fertigt der Spezialist für die Laser-Sinter-Technologie mit Hilfe von 26 Anlagen diverse neue Bauteile aus Kunststoff und Metall, sowohl für Prototypen als auch in der Serie. Die neue Form der werkzeuglosen Fertigung sei für die Kunden beliebig skalierbar, wirbt Managing Partner Jürgen Blöcher von FKM.

Bei der additiven Fertigung gibt es noch keine Plug-und-Play-Technik

Dass trotz dem Hype eine gesunde Portion Skepsis gegenüber den Versprechen der Anbieter hilfreich sein kann, bestätigt aber auch Blöcher. Denn derzeit sei beim Additive Manufacturing noch keine Plug-und-Play-Technik am Markt verfügbar. Je nach Bauteil und Lage des Objekts variiere die Qualität deshalb erheblich. Von günstigen aber qualitativ unzureichenden Bauteilen rät der Experte ohnehin ganz ab. Langfristig aber gehe am 3D-Druck in der Industrie kein Weg mehr vorbei.

* Lothar Lochmaier ist freier Journalist in Berlin.

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