Tartler Injektionsanlage ermöglicht Resin Transfer Moulding im Labor-Maßstab

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Resin Transfer Moulding (RTM) gilt als moderne Technik zur Realisierung polymerer Großbauteile. Luftfahrt-Industrie oder Windflügelhersteller setzen das Injektionsverfahren zur Fertigung von Formteile aus CFK und GFK ein. Um die Methode aber auch für Kleinserien-Projekte wirtschaftlich nutzbar zu machen, entwickelte Tartler eine kompakte Einkomponenten-Injektionsanlage zur Verarbeitung des bewährten Polymers Hexflow RTM 6.

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Eigentlich ist das Resin Transfer Molding (RTM) ein Formgebungsverfahren für das „große Ganze“. Flugzeug- und Bootsbauer, aber auch Windflügelhersteller nutzen die Injektionstechnik, beispielsweise um damit mächtige Großteile aus Kunststoff zu fertigen, die meist mit Glas- oder Kohlenstofffasern verstärkt sind. Mit der Entwicklung des Anlagenherstellers Tartler lässt sich das Injektionsverfahren nun auch für die Produktion kleinerer Formteile und für den Einsatz in Forschungsprojekten nutzen. Dabei handelt es sich um eine mobile, kompakte Einkomponenten-Anlage zur Applikation des vorgemischten Epoxidharzes Hexflow RTM 6 – einem der am häufigsten verwendeten Standardwerkstoffe beim Resin Transfer Moulding.

RTM-Anlage von Tartler bietet zahlreiche Vorteile

Die Anlage ist für ein Ausstoßvolumen von 0,05 bis 1 l/min ausgelegt und bietet überzeugende Vorteile: Sie verfügt über einen eigenen, beheizten Materialbehälter mit integriertem Rührwerk und eine stufenlose Volumenstromregelung. Das vorgemischt Polymer muss also nicht mehr – wie sonst üblich – zunächst in einem externen Topf aufgeschmolzen und dann von der unter Vakuum stehenden Form „angesaugt“ werden, sondern lässt sich direkt und exakt geregelt injizieren. Das entspricht laut Tartler einer Prozessoptimierung bei zugleich deutlich höherer Dosiergenauigkeit.

Der beheizte Fünf-Liter-Behälter der RTM-Dosieranlage hält die Temperatur des Epoxidharzes konstant bei 120 bis 160 °C. Die Funktion Rezirkulation ermöglicht Systemprüfung und Anlagenreinigung vor der Injektion. Die stufenlose Volumenstromregelung erhöht die Flexibilität, indem sie den Ausstoß unterschiedlicher Materialmengen zu verschiedenen Zeitpunkten erlaubt. Zur Serienausstattung gehören außerdem eine Formdrucküberwachung und die Protokollierung des Gießprozesses auf USB-Stick oder online. Die Formdrucküberwachung ermöglicht die Steuerung des Injektionsdrucks. Bedienung, Steuerung und Prozessvisualisierung erfolgen über einen Touch-Screen.

Resin Transfer Moulding dient der Herstellung hochbelastbarer Kunststoffteile

Das Resin Transfer Moulding ist ein Verfahren zur Herstellung hochbelastbarer Kunststoffteile mit Glas- oder Kohlenstofffaserverstärkung (GFK oder CFK). Bei der auch als Spritzpressen bezeichneten Methode wird ein flüssiges Epoxidharz in ein zuvor mit Fasermatten (Prewovens, Preforms) ausgekleidetes Formwerkzeug gepumpt.

Mit einem Druck bis 30 bar wird das Harz in die geschlossene, temperierte Form gepresst. Dort durchtränkt es die eingelegte Matrix. Um eine optimale Harztränkung und Formfüllung zu erreichen, ermöglicht die Anlage sogar ein Nachdrücken mit bis zu 60 bar. Laut Tarler ist die Anlage zur Herstellung kleiner bis mittelgroßer Kunststoffteile im Klein- und Vorserien-Maßstab prädestiniert.

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