Blech-Roboter Intelligente Roboterbeladung schafft auch kleinste Blechteile

Redakteur: Dietmar Kuhn

Mini-Bend-Center ist eine Biegezelle, speziell für kleine Blechteile, die durch Stanzen oder Lasern hergestellt wurden. Jetzt gibt es dafür auch eine intelligente Roboterbeladung. Dabei muss der Roboter nicht mehr geteacht oder programmiert werden und zeichnet sich somit durch eine höhere Flexibilität aus.

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Bild 1: Das Mini-Bend-Center ist speziell für kleine Stanz- und Laserteile geeignet. (Bild: RAS)
Bild 1: Das Mini-Bend-Center ist speziell für kleine Stanz- und Laserteile geeignet. (Bild: RAS)

Das Mini-Bend-Center ist ein automatisches Biegesystem für kleine und komplexe Biegeteile aus Metall (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Dabei spannen die Werkzeuge der Ober- und Unterwange das Werkstück.

Biegesystem für kleine Platinen

Eine Schwenkbewegung der oberen oder unteren Biegewange biegt das Blech präzise auf den programmierten Winkel. Das Besondere am Mini-Bend-Center liegt in der minimalen Größe der Biegeteile, die bei Platinengrößen von 40 mm × 50 mm beginnen und bis zu 600 mm × 600 mm reichen.

Geht man im Materialfluss eine Stufe zurück, gelangt man zur Herstellung der Flachteile. Für die Produktion flexibler Platinengeometrien sind entweder Laseranlagen, Stanzen oder Stanz-Laser-Kombimaschinen im Einsatz (Bild 1).

Haben die Platinen ihren Ursprung auf dem Laser, entnimmt der Maschinenbediener die Zuschnitte üblicherweise manuell aus dem Restgitter. In diesem Fall kann der Bediener aus den Blechteilen einen Stapel bilden. Im bisher präsentierten Materialflusskonzept des Mini-Bend-Centers gibt es für diesen Einsatzfall Systempaletten, auf denen die Stapelbildung erfolgt.

Robotersystem auf die flexible Blechbearbeitung ausgerichtet

Anders sieht es aus, wenn die Zuschnitte auf Stanzen oder Stanz-Laser-Kombimaschinen entstehen. Hier fallen die Kleinteile üblicherweise über Teilerutschen in Schüttgutbehälter.

Das Bilden von Blechstapeln wäre in diesem Fall ein zusätzlicher Arbeitsgang, den die Anwender möglichst vermeiden wollen. Genau an dieser Stelle setzt das intelligente RAS-Beladeroboter-System an.

Doch was bedeutet intelligent? Bei den meisten bekannten Robotersystemen muss der Roboter entweder geteacht oder programmiert werden. Der Bewegungsablauf muss dem Roboter sozusagen beigebracht werden. Diese Systeme sind passend für immer wiederkehrende Bewegungsabläufe und hohe Fertigungsstückzahlen. Genau diese Parameter gelten jedoch nicht in der flexiblen Blechbearbeitung.

Das Visionsystem macht den Roboter sehend

Stellt man dem Roboter eine Kiste mit Schüttgut „vor die Nase", in der die Zuschnitte kreuz und quer liegen können, kann er damit zunächst einmal nichts anfangen. Erst die Kopplung mit einem Visionsystem macht den Roboter sehend.

Das optische System scannt die Schüttgutbox ab und ermittelt dabei die Lage der Zuschnitte in der Kiste. Mit diesen Informationen gefüttert, weiß der Roboter, auf welches Teil er aktuell zugreifen kann (Bild 3).

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