Historischer Auftrag Kanada kauft zwölf U-Boote des Typs 212CD von TKMS

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf eine milliardenschwere Kooperation mit Deutschland und Norwegen ...

Rekordauftrag für U-Boot-Bauer TKMS. Kanada hat ambitionierte Pläne, um seine lange Küste zu schützen. Das soll in einiger Zeit mithilfe von einem Dutzend U-Booten des Modells 212CD garantiert werden ...(Bild:  TKMS)
Rekordauftrag für U-Boot-Bauer TKMS. Kanada hat ambitionierte Pläne, um seine lange Küste zu schützen. Das soll in einiger Zeit mithilfe von einem Dutzend U-Booten des Modells 212CD garantiert werden ...
(Bild: TKMS)

Damit Kanada seine U-Boot-Pläne erfüllen kann, soll der Kieler Marineschiffbauer TKMS bis zu zwölf U-Boote liefern. Das sagte jedenfalls Kanadas Premierminister Mark Carney vor seiner Abreise zum Nato-Gipfel in Ankara. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte die Entscheidung, weil sie für ihn ein großes, strategisches Vorhaben ist, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet. Die kanadische Regierung setze damit vor dem Nato-Treffen ein starkes Zeichen der transatlantischen Zusammenarbeit, so die weitere Interpretation. Und für TKMS ist es nicht zuletzt der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte, wie betont wird. Kanada erhält von der Werft demnach U-Boote des Typs 212CD, den Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt haben. CD steht dabei für das gemeinsame Design (Common Design). Die so erreichte Baugleichheit soll Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich nun Kanada als dritter großer Partner anschließt. Kanada könne so seine Küstenlinie besser überwachen, die schließlich die längste der Welt ist. Die Verhandlungen könnten jetzt aber mindestens sechs, wenn nicht 18 Monate dauern.

Kanada verringert Beschaffung aus den USA

Die zukünftige U-Boot-Flotte der drei Nationen sei ein wesentlicher Stützpfeiler im Gebäude der Strategie der Nato zur Sicherung des hohen Nordens und ein sichtbarer Beitrag zur Lastenteilung im Bündnis. Gemeinsam will man nun die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen. Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Das Verhältnis ist aber seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trumps nicht gerade gut, denn außer den allseits bekannten Zöllen wird das Verhältnis auch von Trumps mehrfach geäußertem Wunsch strapaziert, Kanada als 51. Bundesstaat einzugliedern. Kanada verfügt aktuell über vier U-Boote, die laut Regierungsangaben noch bis Mitte 2030 in Betrieb sein können. Aktuell ist aber nur eins davon einsatzbereit. TKMS habe deshalb angeboten, U-Boote aus den deutschen und norwegischen Aufträgen umzuwidmen, so dass die ersten vier U-Boote bereits bis 2034 geliefert werden könnten.

Ideale U-Boote für die Arktis und unter Eis

Durch die Bestellung erhöht sich die Zahl der Aufträge für die neue Klasse 212CD nun auf 24 Exemplare. Für Deutschland und Norwegen baut die Werft bereits jeweils sechs U-Boote. Deutschland nutzt aktuell sechs U-Boote der Vorgängerklasse 212A, die 56 Meter lang sind. Die neuen U-Boote werden dagegen etwa 72 Meter lang sein, wie man weiter erfährt. Die neue U-Boot-Klasse verfügt über eine verbesserte Sensorik für die Erkennung möglicher Gegner unter und auf dem Wasser. Die Boote sollen mit jeweils 30 Besatzungsmitgliedern unterwegs sein. Sie sind laut TKMS außerdem speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt – ideal für Kanada.

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