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Nietprozesse im Autobau Karosserieleichtbau glückt mit sehr schmalem Stanzniet-Mundstück

Redakteur: Peter Königsreuther

Stanznietverbindungen an Flanschen von nur 14 mm Breite klappen durch eine Neuentwicklung von Atlas Copco jetzt auch prozesssicher. Das freut Aluminiumverarbeiter, und das steckt dahinter...

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Das Stanznieten ist eine der wichtigsten mechanischen Verbindungsmethoden im Karosserierohbau, sagt Atlas Copco. Mit einem neu entwickelten, schmaleren Mundstück klappt das jetzt auch an Flanschen, die nur 14 mm schmal sind, heißt es.
Das Stanznieten ist eine der wichtigsten mechanischen Verbindungsmethoden im Karosserierohbau, sagt Atlas Copco. Mit einem neu entwickelten, schmaleren Mundstück klappt das jetzt auch an Flanschen, die nur 14 mm schmal sind, heißt es.
(Bild: Atlas Copco IAS)

Der Atlas-Copco-Geschäftsbereich Industrial Assembly Solutions (IAS) ergänzt sein Portfolio für das Stanznieten um ein neues, besonders schmales Mundstück. Es kann mit Standardniete haltbare Verbindungen auf bis zu 14 mm schmale Flansche setzen. Mit herkömmlichen Mundstücken, betont der Hersteller, gelang das nur bis zu einer Mindestbreite von 18 mm.

Federstahl-Kugelkalotten statt abgeferderte Kugeln

Die Mundstücke üblicher Stanznietwerkzeuge setzen auf abgefederte Kugeln, welche die Stanzniete beim Setzen zentrieren und stützen, erklärt Atlas Copco. Der Durchmesser des Mundstückes müsse deshalb ausreichend groß sein, damit diese Komponenten Platz hätten. Das neue, schmalere Mundstück von Atlas Copco reduziert auch ohne diese Technik bei gleicher Nietgröße den Außendurchmesser des Mundstückes, stützt den Nietkopf dabei aber weiter effektiv ab, um ein sauberes und präzises Fügeergebnis zu erhalten, heißt es weiter. Durch das zum Patent angemeldete Design mit einer Anordnung von Kugelkalotten aus Federstahl werde der Gesamtaufbau des Mundstückes insgesamt kompakter, damit der Niet auch auf besonders schmale Flansche präzise gesetzt werden könne.

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Verstärkter Aluminiumeinsatz heißt mehr Material am Flansch

Zu den Vorteilen des Stanznietens zählt Atlas Copco die Flexibilität, die dennoch eine hohe Wiederholgenauigkeit erlaubt und dabei kurze Fügezyklen ins Feld führt. Dauerhaft verbunden können damit verschiedene Materialien werden, wie etwa Aluminium oder Stahl – und zwar ohne Vorbohr-Aufwand. Das schätze vor allem die Automobilindustrie in puncto Karosserierohbau.

Das Fügeprinzip läuft so ab: Beim Stanznieten werden an den Blechteilkanten durch Umformen Flansche erzeugt. Letztere erlauben die Verbindung durch den Stanzniet oder auch andere Verbindungselemente, heiß es weiter. Dem Fahrzeug-Leichtbau hilft das, weil verstärkt Aluminiumblech zum Karosseriebau genutzt wird. Und Aluminium ist spröder als Stahl und bedarf eines größeren Biegeradius, sagt Atlas Copco. Die für das Fügen nötigen Flansche musste deshalb verbreitert werden.

Die Vorteile für den Automobilen Leichtbau

Autobauer sind deshalb daran interessiert, die Flansche wieder zu verringern, und dennoch prozesssicher verbinden zu können. Das klappt jetzt aufgrund des kleinen Mundstücks. Weitere Vorteile, die sich durch schmalere Flansche im Karosseriebau ergeben, ist die Materialersparnis. Denn bereits wenige Millimeter weniger, bringen auf das ganze Fahrzeug gerechnet, viel. Das wiederum senkt den Kraftstoffverbrauch. Auch der Einstieg in ein Fahrzeug wird erleichtert, wenn die Türbereich größer sein kann. Nicht zuletzt geht es auch um ästhetische Aspekte, denn schmalere Flansche erlauben den Einbau größerer Glasflächen und Fensterrahmen, sagt der Hersteller abschließend.

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