Porträt

Keine Zeit zum Aufhören

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1978: Ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk

Vor 38 Jahren hat er das Unternehmen selbst aufgebaut. Obwohl: „Ich hatte gar nicht vor, auf eigenen Füßen zu stehen. Meine Vision war immer, Karriere zu machen, indem ich per Jobhopping Stufe um Stufe auf der Leiter hinaufstieg“, erzählt Reichelt. Im Vertrieb fing er an, dann gab er Schulungen und plötzlich war er Krisenmanager. „Dabei hatte ich gar keine Ahnung davon!“, gesteht er lachend. „Aber ich war von mir selbst überzeugt.“ Anscheinend war das die richtige Basis, denn sein damaliger Chef sah wohl Potenzial in ihm und gab ihm den Geschäftsbereich Serva-Technik in Heidelberg. Daraus wurde dann im September 1978 die Reichelt Chemietechnik GmbH & Co. Ein unverhofftes Geburtstagsgeschenk. Er springt auf, öffnet den Wandschrank – innen an der Tür hängen selbstgemalte Bilder von seinen Kindern und Enkeln – und holt eine Mappe mit allen seinen beruflichen Erinnerungen heraus, angefangen bei Abschlusszeugnissen.

In die Gründung hat er sein gesamtes Vermögen gesteckt. Aber auch seine Freizeit fiel der Sache zum Opfer, seine Kinder hat er kaum gesehen, gibt er zu. Aber seine Frau war davon überzeugt, dass er es schafft. „Meine Frau ist toll“, stellt er in bewundernd-ernstem Ton fest. Und fügt lachend an: „Aber manchmal schimpft sie auch.“

1984: Ein Umzug und der Trick mit den Katalogen

Es hat sich viel verändert, seit er RCT gründete. Die kleinste Änderung war der Umzug in das neue Firmengebäude, bereits sechs Jahre nach der Gründung. Hier befindet sich RCT immer noch, auf einer Bürofläche von rund 600 m² und einer Lagerfläche von 1200 m². Natürlich ist alles schneller geworden und damit auch hektischer und nicht mehr so persönlich wie früher. „Angefangen haben wir mit dem Fernschreiber“, erinnert er sich, „und heute bedienen wir das schnelle Internet. Der Betriebsablauf wird über eine große Datenbank gesteuert, die gleichzeitig den gesamten Warenfluss vom Auftragseingang bis zur Auslieferung organisiert.“ Das ist das Signal für eine Führung durch die heiligen Hallen des Vertriebssystems. Im Lager zeigt Reichelt mir seine zwei „Hightech-Hochregallager für kleine Mengen.“ Eine Mitarbeiterin gibt die Nummer der gerade bestellten Ware ein und die Maschine fährt das Fach, in dem das entsprechende Produkt gelagert ist, an die Ausgabestelle.

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