Use Case Können 3D-Drucker ganze CNC-Bearbeitungszentren ersetzen?

Von Sebastian Human 2 min Lesedauer

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Für das Unternehmen Walter Reckmeyer Werkzeug und Maschinenbau waren CNC-Fräsen lange das Maß aller Dinge. Diese hinken den sich schnell veränderten Herausforderungen teils aber hinterher. Doch erste Startversuche mit dem 3D-Druck scheiterten. Was tun?

Jan Reckmeyer, Geschäftsführer bei Walter Reckmeyer Werkzeug- und Maschinenbau, spart pro 3D-Drucker ein CNC Bearbeitungszentrum ein. Der industrielle 3D-Druck steht für sein Unterenhmen daher für eine neue Flexibilität und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Wettbewerb aus Fernost.(Bild:  Mark 3D GmbH)
Jan Reckmeyer, Geschäftsführer bei Walter Reckmeyer Werkzeug- und Maschinenbau, spart pro 3D-Drucker ein CNC Bearbeitungszentrum ein. Der industrielle 3D-Druck steht für sein Unterenhmen daher für eine neue Flexibilität und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Wettbewerb aus Fernost.
(Bild: Mark 3D GmbH)

Das Unternehmen Walter Reckmeyer hat sich als Werkzeugbauer für Spritzgussteile auf die Automobilindustrie spezialisiert. Für diesen Betätigungsbereich stellte das CNC-Fräsen von Aluminium-Bauteilen in der Vergangenheit das perfekte Verfahren dar. Doch die Anforderungen verändern sich sukzessive. Eine hohe Varianten-Vielfalt, kleine Stückzahlen sowie günstiger Wettbewerb aus Fernost werden mehr und mehr zu Herausforderungen, die die Verantwortlichen meistern müssen. Hier sind es beispielsweise die geforderten Kleinstmengen mit Losgrößen eins bis zwei für die Kabelumspritzung, die sich als sehr kostenintensiv erwiesen.

Licht am Ende des Tunnels verspricht die additive Fertigung. Doch erste Versuche mit dem 3D-Druck und Anbietern aus dem Hobby-Bereich scheiterten an der Qualität, der Genauigkeit sowie den mechanischen Eigenschaften der Bauteile.

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Mechanisch belastbare Bauteile mittels 3D-Druck?

Da Jan Reckmeyer, Geschäftsführer in zweiter Generation des Unternehmens, aber an das Potenzial von AM glaubt, legt er das Thema nicht einfach zu den Akten, sondern sucht weiter. Dabei stößt er auf die Markforged 3D-Drucker und ist von den produzierten Teilen angetan. Vor allem die Aussicht darauf, Kunststoffbauteile mit Festigkeiten vergleichbar denen von Aluminium fertigen zu können, scheint ihm attraktiv. Das geringere Gewicht der Teile und die niedrigeren Produktionskosten überzeugen ihn zusätzlich und so bestellt Reckmeyer letztendlich zwei industrielle Markforged 3D-Drucker. Bei den Geräten handelt es sich um einen Onyx One und einen Mark Two, der für hochbelastbare Bauteile zum Einsatz kommt. Letzterer ermöglicht es, die Bauteile mit einer Endlosfaser aus Carbon, Kevlar oder Glasfaser zu verstärken.

Höhere Flexibiliät und Wirtschaftlichkeit

Im Praxiseinsatz punkten die Drucker mittlerweile durch Zeit- und Kosteneinsparung. Beide Werte haben sich laut des Unternehmens um den Faktor zehn verringert. Auch die Kunden von Reckmeyer scheinen das neue Fertigungsverfahren zu akzeptieren, die Anforderungen seien bereits auf die additive Fertigung ausgerichtet. Laut des Unternehmens erwarten beispielsweise viele Kunden das als ‚Poka Yoke‘ bekannte 0-Fehler Prinzip, das in der Folge direkt integriert werde.

Pro 3D-Drucker sparen wir ein CNC Bearbeitungszentrum inklusive Bediener ein. Die neuen Teile sind teilweise gar nicht mehr konventionell aus Aluminium zu fertigen. Zu kompliziert sind die Geometrien. Der Aufwand wäre um ein Vielfaches größer.

Jan Reckmeyer, Geschäftsführer, Walter Reckmeyer Werkzeug- und Maschinenbau

Inzwischen ist sich Jan Reckmeyer sicher, die additive Fertigung auch zukünftig für die Produktion belastbarer Bauteile für die Automobilindustrie zu nutzen. Dabei soll das Verfahren die konventionelle Bearbeitung nicht verdrängen, sondern ergänzen.

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