Ergonomie Körpergerechtes Sitzen ist praktizierter Gesundheitsschutz

Autor / Redakteur: Malte Lenkeit / Bernhard Kuttkat

In einer aktuellen Feldstudie zum dynamischen Sitzen definieren die Forscher den Begriff der richtigen Sitzhaltung neu: Körpergerechtes Sitzen ist mehr als nur gesundes Sitzen. Der Unterschied liegt in der Berücksichtigung biomechanischer Eigenschaften des menschlichen Körpers.

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Ein professioneller Gesundheitsschutz, der darauf ausgelegt ist, körperliche und psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, gehört zu einem ganzheitlichen Arbeitsschutz in Unternehmen. Naturgemäß stehen in produzierenden Unternehmen die sichere Gestaltung von Produktionsverfahren und die Bereitstellung einer persönlichen Schutzausrüstung im Fokus der Arbeitssicherheitsverantwortlichen.

Risiken für die Gesundheit lauern auch am Büroarbeitsplatz

Doch sind Sicherheit und Gesundheit nicht alleine eine Domäne der Produktion. Denn Risiken für die Gesundheit lauern auch am Büroarbeitsplatz. Muskel-/Skelettkrankheiten führen seit Jahren die Liste der arbeitsbedingten Erkrankungen an.

Was die Gesundheit am Büroarbeitsplatz gefährdet, ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Unbestritten ist, dass einseitige Belastungen durch eine statische Sitzposition und die falsche Anordnung von Sitzmöbel zu Arbeitstisch belastend sind. Besser ist dynamisches Sitzen, also das Sitzen in Bewegung. Doch welche Bewegungen etwa durch eine Stuhltechnik oder auch durch ein bewusstes Verhalten des Be-Sitzers eines Stuhls wirklich gefördert werden sollen, ist ein selten erforschtes Feld.

Studie zeigt auf, welche Bewegungen gesund sind und welche nicht

Erst eine aktuelle Studie von Dr. Fritz Andreas Schön und Dr. Dieter Preim von der RWTH Aachen schafft Klarheit, welche Bewegungen gesundheitsfördernd sind und welche nicht. Kern der Untersuchung ist die Betrachtung der Wirbelsäule, konkret: deren biomechanische Belastung bei Bewegungen. Untersucht wurden unter verschiedenen realistischen Arbeitsplatzbedingungen 64 freiwillige, gesunde Personen beiderlei Geschlechts hinsichtlich ihres Sitzverhaltens auf einem serienmäßigen Bürodrehstuhl.

Neben Büroarbeitsplätzen wurden auch Arbeitsplätze in einem Call-Center, eine Leitstelle mit Überwachungstätigkeit und der Bereich einer Seminarveranstaltung für Studierende in die Betrachtung einbezogen. Dabei wurde ein speziell entwickeltes Aufzeichnungsgerät eingesetzt. Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde in stereotypen Arbeitsabläufen wie dem Arbeiten an einem Flachbettscanner ein Zusammenhang zwischen der Tätigkeit und dem Sitzverhalten festgestellt.

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