CFK Kohlefaserverbundstoffe ermöglichen Bau des weltweit größten Solar-Katamarans
Mehr als 20 t Kohlefasern stecken in der Turanor Planetsolar. Das hochmoderne Boot, dessen Schiffskörper vollständig aus Kohlefaserverstärkten Kunststoffen gefertigt ist, soll im Frühjahr 2011 mit vier Mann Besatzung auf eine Weltumrundung gehen. Der 31 m lange, 15 m breite und 6,1 m hohe Katamaran ist außerdem das größte solargetriebene Boot der Welt.
Anbieter zum Thema
Maßgeblichen Anteil an der Herstellung der Turanor Planetsolar hatte die Airex AG, ein Tochter der Alcan Composites Core Materials. Das Unternehmen, das sein Know-how demnächst auf der Fachmesse Composites Europe (14. bis 16. September 2010 in Essen) vorstellen wird, lieferte für den strukturellen Schaumstoffkern seinen Werkstoff Airex C70 in verschiedenen Dichten.
Hauptrumpf auf Fünf-Achs-Fräsmaschine gefertigt
Gebaut wurde die Turanor Planetsolar von der Knierim Yachtbau GmbH in Kiel. Dort wurde die Form für den Hauptrumpf in einer der eigenen, hochmodernen Fünf-Achs-Fräsmaschinen des Geschäftszweigs Knierim Tooling zehntelmillimetergenau angefertigt.
Der Konstrukteur des Bootes, der Neuseeländer Craig Loomes vom Unternehmen Lomocean Design, entwarf den Katamaran als so genannten Wavepiercer. Das heißt, die beiden Schwimmer (Nebenrümpfe) durchschneiden bei entsprechendem Seegang die Wellen und fahren nicht darüber hinweg – die Prüfer vom Germanischen Lloyd (GL) haben dafür bereits ihren Segen erteilt.
Katamaran wiegt lediglich 85 t
Der Hauptrumpf hingegen liegt über der Wasseroberfläche – was dem Katamaran das Aussehen eines Trimarans beschert; dennoch ist das Schiff ein Katamaran. Um die für das „Wellenstechen“ nötige Steifigkeit, Festigkeit und das für einen sparsamen Antrieb wichtige geringe Gewicht zu realisieren, wurden auch bei der Auswahl der Konstruktionswerkstoffe keine Kompromisse gemacht. Alle strukturellen Bauteile des nur 85 t schweren Wasserfahrzeugs bestehen aus Kohlefaserverbundstoff.
(ID:355985)