Antriebssteuerungen

Kompakte Antriebstechnik macht Bio-Raffinerie mobil

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Betriebsdaten per Fernwartung immer im Blick

Wie entscheidend die Zuverlässigkeit ist, offenbart das Geschäftsmodell des Maschinenherstellers. Denn ihren Dienst werden die kleinen Raffinerien nicht unter der Aufsicht der Konstrukteure verrichten, sondern überall dort, wo sich für die Kunden ein Einsatz lohnt. Zur Steuerung und Wartung ist also kein Mitarbeiter von MME oder deren Partnern vor Ort.

Dennoch brauchen die Kunden nicht auf das Know-how aus der Zentrale zu verzichten, denn eine Online-Verbindung hält den Kontakt zu jeder Maschine aufrecht. Über diese Leitung stellt ein MME-Mitarbeiter die wesentlichen Parameter der Anlage ein und steuert wichtige Funktionen, beispielsweise die Drehzahl der Pumpe. Außerdem hat er alle Betriebsdaten im Blick und erfährt es sofort, falls doch eine Störung auftauchen sollte. Die Bedienung am Standort kann ein Facharbeiter übernehmen, der weder Ingenieur noch Chemiker sein muss.

Die aufwändige Planung und intelligente Konstruktion der Verölungsanlage beginnen sich auszuzahlen. In umfangreichen Dauertests hat MME inzwischen nachgewiesen, dass der Betrieb nicht nur zuverlässig, sondern auch wirtschaftlich ist. Zudem ist die Raffinerie sehr vielseitig in Bezug auf die Biomasse, die sie zu synthetischem Diesel verarbeitet. Das hat längst die Aufmerksamkeit zahlreicher Unternehmen geweckt, die nicht nur aus dem Inland stammen. Die interessierten Unternehmen sind fast ausnahmslos große Konzerne, bei denen biologische Reststoffe anfallen, sowie landwirtschaftliche Genossenschaften.

Wesentlich höhere Umwandlungsquote erreicht

Ganz besonders beeindruckt zeigen sie sich von der hohen Umwandlungsquote: Diese liegt mit 38 bis 40% der eingegebenen Biomasse weit über der anderer Alternativen, die 15 bis maximal 20% erreichen. Damit erzeugt MME aus einer Tonne Biomasse bis zu 500 l Diesel – das ist mehr als doppelt so viel wie das Ergebnis anderer Anlagen. In einem Jahr produziert eine Verölungsanlage drei bis vier Millionen Liter Dieselkraftstoff und hat sich damit bei derzeitigen Abnahmepreisen bereits nach rund zwei Jahren amortisiert.

Bei der Vielzahl der Anfragen stehen die Zeichen längst auf Expansion. In der neuen Montagehalle wurde erst im vergangenen Spätsommer mit der Produktion begonnen, konkrete Erweiterungspläne sind aber bereits geschmiedet, denn die momentane Kapazität zum Bau von fünf Maschinen reicht schon jetzt kaum aus. In den kommenden zwei Jahren werden 25 weitere Montageplätze eingerichtet.

Von der Produktionsausweitung profitiert auch Rexroth, denn MME setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Automatisierungsspezialisten. Wenn sich die positiven Prognosen der MME AG bestätigen, wird es in einigen Jahren hunderte Kleinraffinerien in vielen Ländern geben, alle angetrieben von Indra-Drive.

Wolfgang Walter ist Vertriebsmitarbeiter der Region Nord der Bosch Rexroth AG.

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