Fluidtechnik Kompakte geregelte Hydraulik bei Kaltpressen erforderlich

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Schnelligkeit und hohe Reproduzierbarkeit erfordern bei Kaltpressen nicht nur eine leistungsstarke geregelte Hydraulik, diese muss auch sehr kompakt ausgeführt sein, um eine hohe Maschinensteifigkeit zu erreichen. Das ist wichtig beim Pressen von Grünlingen für die Herstellung diamantbestückter Werkzeuge.

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Entscheidend für die Herstellung von Diamantwerkzeugen sind Schnelligkeit und hohe Reproduzierbarkeit in jedem der einzelnen Prozesse. Um das beim Pressen der Grünlinge – dem Vorpressen – zu erreichen, benötigt man Maschinen mit leistungsfähigen geregleten Hydraulikantrieben, die allerdings nicht voluminös sein dürfen. So glänzen die beiden aktuellen Kaltpressen der Dr. Fritsch Sondermaschinen GmbH, Fellbach, nicht nur mit kurzen Taktzeiten und hoher Wiederholgenauigkeit, der Hydraulikspezialist Wolfgang Bott, Mössingen hat es geschafft, für die knappen Bauräume der Maschinen jeweils eine starke servogesteuerte Antriebstechnik zu entwickeln, mit der die Maschinensteifigkeit hoch gehalten wird.

Reproduzierbarkeit für Produktqualität extrem wichtig

Die diamantbestückten Werkzeuge kommen beispielsweise in der Bauindustrie oder der Natursteinbearbeitung zur Anwendung. Dort werden damit Fliesen, Beton und Asphalt zersägt oder ganze Blöcke aus Steinbrüchen in Scheiben geschnitten. Ein wesentliches Werkzeugkriterium ist die Standzeit. Sie erreicht ihr Maximum, sofern die Diamantsegmente in gleicher Qualität gefertigt sind: bezüglich der Härte, Enddichte und Geometrie, der Segmenthöhe und -breite.

Ist das nicht der Fall, verkürzt das schwächste Segment die Standzeit der Werkzeuge – und macht unter Umständen frühzeitig eine frische Bestückung erforderlich. Um eine maximale Werkzeugstandzeit zu erreichen, sind extrem genaue, reproduzierbare Prozesse erforderlich.

Hergestellt werden die Diamantsegmente im Sinterverfahren. Ausgangsprodukt ist entweder diamanthaltiges Pulver oder Granulat. Aus beiden Rohstoffen werden zunächst auf den Kaltpressen sogenannte Grünlinge geformt. Unter hohem Pressdruck und hoher Temperatur entstehen daraus später die Diamantsegmente. Vor der Formgebung auf den Pressen wird das jeweilige Ausgangsprodukt volumetrisch oder gravimetrisch zusammengestellt.

Hydraulik mit Servosteuerung past Stempelform fast in Echtzeit an

Beim volumetrischen Dosieren kommt in die Kavität der Form immer die gleiche Menge an Granulat oder Pulver. Weil jedoch das relativ grobkörnige Granulat bei gleicher Füllhöhe unterschiedliche Volumina ergeben kann, wird bei der Kaltpresse KPV 218 von Fritsch die Form über den unteren Stempel hydraulisch in der Höhe variiert. Für diesen blitzschnell, nahezu in Echtzeit ablaufenden Prozess ist die leistungsfähige Hydraulik mit Servosteuerung verantwortlich (Bild 1).

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