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Führungskreis Industrie 4.0

Konferenz zeigt Kriterien eines Industrie-4.0-Produktes auf

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Bei intelligenten Geräten müssen zusätzliche Verwaltungsaufgaben gelöst werden. Doch es dürfen keine operativen Führungsaufgaben in den Verwaltungsschalen abgelegt werden.

Verwaltungsschale ist kein digitaler Zwilling

„Die Verwaltungsschale ist kein digitaler Zwilling“, erläutert Epple. „Der digitale Zwilling ist nicht Teil der Verwaltungsschale, sondern ein Simulationsmodul.“ Weil aber die intelligenten Geräte zum Netz gehören und die Anwendung des Gerätes am Ort gebunden ist, sagt Epple: „Die Verwaltungsschale gehört da in das gesicherte virtuelle Industrie-4.0-Netz!“ Die Verwaltungsschale sei dabei im Netz, das Peripheriegerät, zum Beispiel ein Sensor, könne jedoch auch außerhalb sein.

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Tilo Bötcher, Princ. Strategy von Microsoft sieht einen weiteren Vorteil der Verwaltungsschale: „Der Transport eines Produktes mit Verwaltungsschale ist von immensem Vorteil, weil man dem Weiterverarbeiter auch noch bekannt geben kann, unter welchen Bedingungen es gefertigt wurde und er so zum Beispiel die Temperatur kennt. Vielleicht wäre es gut, darauf aufbauend auch bei dieser Temperatur weitere Teile anzubauen und man kann so Verspannungen vermeiden.“

Wie eine solche Verwaltungsschale aussehen kann, zeigt ein Bild, das Dr. Michael Hoffmeister von Festo präsentierte (siehe Bildergalerie). Er bekräftigte auch: „Es gibt viele Daten, die in SAP versteckt sind, und wir wollen sie befreien. Das Vehikel ist die Verwaltungsschale, über die digitale Ebene des RAMI. Damit wollen wir identifizieren können, mit welchen Daten wir es zu tun haben.“

Welche Produktkriterien ein Industrie-4.0-fähiges Produkt haben muss, zeigte Martin Hankel von Bosch Rexroth, der auch in zahlreichen Gremien von Industrie 4.0 ist.

Damit sich jeder Interessierte eingehend informieren kann, hat der ZVEI einen Leitfaden zusammengestellt, der sieben Kriterien aufzeigt, die ein Industrie-4.0-Produkt erfüllen muss, von der Identifikation im Netz bis hin zur Security ((www.zvei.org).

Wir arbeiten so wie Parship

Darüber hinaus können sich kleine und mittlere Unternehmen bei Labs Network Industrie 4.0 – das vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) unterstützt wird – unter http://lni40.de/nach den mittlerweile 40 Testzentren erkundigen, die ihnen dabei helfen, kostengünstige Usecases zu generieren.

Dr. Dominik Rohrmus von Labs Network Industrie 4.0, auch Mitarbeiter bei der Siemens AG, erzählt von Labs Network: „Wir sind wesentlicher Katalysator zwischen KMU und Testzentren. Zielstellung ist es, kostengünstige Usecases für diese Unternehmen zu generieren.“ Man nehme die Anfragen von Unternehmen auf und vermittle diese Unternehmen dann an die in Deutschland installierten Testzentren, mittlerweile seien dies 40.

Er erläutert schmunzelnd: „Das Vereinsziel ist, praktisch so zu arbeiten wie Parship. “

Michael Jochem, Robert Bosch GmbH, in vielen I-4.0-Gremien tätig, hält den Security-Aspekt der Verwaltungsschale für sehr wichtig: „Die Funktionalität der Security ermöglicht erst die sichere Kommunikation, denn es gibt im Netzwerk viele bösen Buben, die nur darauf warten, das Netzwerk anzugreifen. Deshalb muss auch diese Verwaltungsschale so gebaut sein, dass diese so wenig wie möglich Schaden zulässt. Ganz wird man es nicht vermeiden können.“

RA Prof. Dr. Thomas Klindt, Partner bei Noerr LLP, auch aktiv in der Plattform Industrie 4.0, beleuchtete noch den rechtlichen Aspekte beim Thema Industrie 4.0, denn ein „Recht 4.0“ gebe es da noch nicht: „Wir operieren im Recht immer noch so, wie ich das im Studium gelernt habe.“ Er gibt zu bedenken: „Wir sind sehr am Topfschlagen im Nebel, wenn es um den rechtlichen Rahmen von Industrie 4.0 geht. Ich hasse es, wenn Juristen als Bremser angesehen werden, aber rechtliche Stabilität ist so trivial nicht, wenn es um Industrie 4.0 geht.“ Denn noch immer seien viele rechtliche Probleme nicht gelöst, vor allem wenn es um die Haftung gehe.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Redakteur, MM MaschinenMarkt