Künstliche Intelligenz und ihre Möglichkeiten verängstigen viele. Das Thema wird also kontrovers diskutiert. Doch was kann KI wirklich? Das beantwortet hier ein Experte der Axeed AG.
Markus Kessler ist Head of Data Science bei der Axeed AG in Zürich (Schweiz). Er erläutert in seinem Beitrag, was man über das Hype-Thema künstliche Intelligenz wissen sollte, damit keine falschen Vorstellungen die Oberhand gewinnen oder es Enttäuschungen gibt.
(Bild: Axeed)
„ChatGPT“, Midjourney, Sprachassistenten und Co. – in den vergangenen Jahren wurde künstliche Intelligenz (KI) zu einem der größten Hypes in der Welt der Computertechnik. Und das nicht ohne Grund, denn schließlich ist die KI in der Lage, enorme Datenmengen zu verarbeiten und komplexe Aufgaben zu automatisieren. Doch in vielen Bereichen steckt sie quasi noch in den Kinderschuhen und wird hauptsächlich als Verkaufsargument genutzt, ohne dabei die Erwartungen seitens der Nutzer wirklich erfüllen zu können.
So erkennt man beispielsweise sehr gut, welche Texte mithilfe von „ChatGPT“ in die Länge gezogen wurden, an welcher Stelle der Kontext nicht so ganz stimmt oder wo die KI bei der Bildbearbeitung Fehler macht. Das wohl größte Potenzial schöpft deshalb aktuell die Industrie aus. Zwar sind auch in diesem Sektor die Erwartungen an selbst optimierende Digital Twins (Digitale Zwillinge) oder autonom agierende Fabriken in „intelligenten“ Wertschöpfungs-Netzwerken hoch, jedoch verfolgt man im Rahmen von Industrie 4.0 im industriellen Alltag einen weitaus pragmatischeren Einsatz der künstlichen Intelligenz. Doch was sind die Voraussetzungen dafür und wie schafft man eine effiziente Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine?
Warum mit Blick auf KI denn so ängstlich sein?!
Nun, in der Praxis werden in Fabriken bisher hochspezialisierte Anwendungen eingesetzt, die auf den Technologien und Verfahren des maschinellen Lernens basieren. KI-Systeme ermöglichen dabei die Verarbeitung großer Datenmengen und sind so in der Lage, Abweichungen im Prozess zu erkennen, Vorhersagen zu treffen, Entscheidungen vorzubereiten oder auch durchaus eigenständig Aktionen durchzuführen. Dadurch können Stillstandszeiten vermieden, Qualitätsprobleme und fehlerhafte Chargen reduziert sowie Produktionsprozesse optimiert werden. Das führt letztendlich zu einer verbesserten Qualitäts- und Ressourceneffizienz. Doch damit das alles möglich ist, muss die KI zunächst mit Informationen gefüttert werden. Und hierbei greift dann die Schnittstelle Mensch-KI, in welcher der Mensch komplementär zu oder kollaborativ mit der Technologie interagiert.
Entgegen den Ängsten vieler, die fürchten, dass die Möglichkeiten der KI in einigen Jahren die menschliche Leistung vollends ersetzen kann – was übrigens auch mit einer der bekanntesten Zukunftsthesen zur Singularität der Künstlichen Intelligenz des Buches „The Singularity is Near: When Humans Transcend Biology“ von Ray Kurzweil einhergeht – setzt die Industrie bewusst auf den Einsatz der jeweiligen Stärken von KI. So ist das Zusammenspiel von menschlicher Kreativität, intuitiver Entscheidungskraft und Flexibilität mit der maschinellen Performance und Genauigkeit eigentlich eine sehr gute Chance, um pragmatisch die Effizienz innerhalb der Fabrik zu steigern und stetig zu optimieren. Ob als Entscheider, Akteur oder Kontrolleur der KI – der Mensch behält seine führende Rolle.
Deshalb müssen KI-Systeme belohnt werden
Speziell in der Produktions- und Einsatzplanung profitieren nicht zuletzt auch die betreffenden Mitarbeiter stark von unterstützenden Tools aus dem KI-Bereich. Dabei wird auf das Feld der linearen Programmierung zurückgegriffen. Diese sogenannte „schwache KI“, die lediglich auf ein oberflächliches Intelligenzlevel zurückgreift, kann zumindest in Teilbereichen mit dem Spielen von Sudoku verglichen werden. Denn genau wie der Mensch versucht, die Felder nach festen Regeln mit den richtigen Zahlen zu befüllen, wendet auch die KI eine vorgegebene Logik an. Der Mensch beginnt also damit, der KI verschiedene Variablen innerhalb des industriellen Umfelds vorzugeben, die vergleichbar mit den leeren Feldern im Sudoku sind. Danach werden die Spielregeln individuell festgelegt, damit das Modell alle möglichen Optionen durchgehen kann. In Sudoku lautet so eine Regel eben, dass in jeder Spalte oder Zeile jede Zahl nur einmal vorkommen darf. In der Industrie wäre ein Beispiel für eine solche Regel, dass eine Maschine nicht zwei Aufträge gleichzeitig ausführen darf. Während es allerdings im Sudoku meist nur eine richtige Zahl für jedes Kästchen gibt, spuckt das Modell leider sehr, sehr viele gute Optionen aus. Deshalb müssen zusätzlich „Belohnungen“ für besonders gute Vorschläge definiert werden, damit die KI die beste Lösung unter vielen finden kann.
Das sollte das Ziel des Einsatzes von KI sein ...
In Anbetracht der typischen Hype-Kurve befinden wir uns momentan in der ersten Phase, in der häufig noch utopische Erwartungen herrschen und ebensolche Versprechungen gemacht werden. Dennoch haben Industrie und andere Sektoren wie die Finanzbranche bereits erkannt, dass künstliche Intelligenz ein wertvolles Werkzeug sein kann, weshalb sie es auch aktiv nutzen. Das sollte jedoch das Ziel aller Branchen sein! Denn KI in einem angemessenen und praktischen Umfang einzusetzen, um davon zu profitieren, ist ja alles andere als schlecht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass das Erreichen einer Singularität mit den Methoden der künstlichen Intelligenz keinesfalls das eigentliche Ziel sein sollte, auch wenn das Phantasten schon so sehen.
Stand: 08.12.2025
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