Reach Kunststoffgalvanisierer sehen Autorisierung für Chrom(VI) optimistisch entgegen

Redakteur: Stéphane Itasse

Die 2. Tagung des Fachverbandes Galvanisierte Kunststoffe (FGK) zum Thema „Chrom 2020 – Kunststoffgalvaniken auf dem Weg zur Autorisierung“ hat den Austausch zum Thema Autorisierung von Chrom(VI)-Verbindungen fortgesetzt. Der FGK-Vorsitzende Jörg Püttbach konnte in Köln mit 77 Teilnehmern erneut Vertreter der gesamten Lieferkette rund um verchromte Kunststoffbauteile begrüßen, wie der Verband mitteilt.

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Dr. Carsten Brockmann berichtete über den Antrag des Vecco-Konsortiums zur Chrom(VI)-Autorisierung.
Dr. Carsten Brockmann berichtete über den Antrag des Vecco-Konsortiums zur Chrom(VI)-Autorisierung.
(Bild: FGK)

Dabei erfuhren Beschichter, Verfahrenslieferanten, Automobilzulieferer und Vertreter der Automobilhersteller den neuen Stand zum Thema Autorisierung von Chromtrioxiden und Entwicklungsfortschritte bei Alternativen, wie es weiter heißt. Nach Reach ist für die Verwendung von Chromtrioxiden ab September 2017 eine Autorisierung zwingend vorgeschrieben. Püttbach sagte, dass seit November 2013 sowohl bei den Autorisierungsbemühungen als auch bei der Testung von Chrom(VI)-freien Verfahren weitere Erkenntnisse vorlägen und der FGK fest von einer Autorisierung ausgehe.

CTAC und Vecco planen gemeinsamen Antrag auf Chrom(VI)-Autorisierung

Über die in Vorbereitung befindlichen Autorisierungs-Anträge bei der Europäischen Chemikalienagentur (Echa), habe Dr. Carsten Brockmann (Kunststofftechnik Bernt) aus Sicht des Vecco-Konsortiums referiert, Dr. Harald Bluhm (Lanxess Deutschland GmbH) über die Arbeit des CTAC-Konsortium. In beiden Konsortien seien FGK-Mitglieder engagiert.

Sowohl bei Vecco als auch bei CTAC seien die Dossiers weitgehend fertig gestellt und befänden sich in der finalen Abstimmung. Vecco wolle im Februar, CTAC im Mai 2015 einreichen, beide deutlich vor dem spätesten Einreichungsdatum im Februar 2016. Laut Dr. Bluhm planen die im CTAC vertretenen Importeure und einige Formulierer ein „Joint Application“ ,einen gemeinsamer Antrag, wie es in der Mitteilung heißt. Dieser Antrag würde alle nachgeschalteten Anwender mit abdecken.

Verbände streben Erleichterungen bei Chrom(VI)-Anwendungen auch juristisch an

„Wir gehen fest von einer Autorisierung bis mindestens 2024 für die Kunststoffgalvanik-relevanten Anwendungen aus“, zeigt sich Dr. Brockmann zuversichtlich. Parallel dazu versuche der Vecco, mit juristischen Mitteln und auf politischer Ebene eine Erleichterung des Reach-Aufwandes für Galvaniken zu erreichen. Die FGK-Firmen hätten an der Erstellung beider Dossiers mitgewirkt.

Erfolge eine Autorisierung für einen bestimmten Zeitraum, könne auch danach im Review- Prozess die Autorisierung von Chromtrioxid beliebig oft verlängert werden. Dr. Bluhm sagte, dass der FGK aufgrund der besonderen Bedingungen der Automobilindustrie Chancen auf längere Autorisierungszeiträume habe.

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