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Es unterscheidet die drei Lebenszyklusphasen Entstehung, Betrieb und Verwertung. Innerhalb dieser drei Bereiche lassen sich Kostenblöcke identifizieren, die nicht nur für sich alleine, sondern auch in ihrer Wechselwirkung mit anderen Blöcken betrachtet werden müssen. So wird beispielsweise die im Block „Nutzung“ der Lebensphase Betrieb aufgeführte Kenngröße Energie (also Energieform und Energieverbrauch) einen Einfluss auf die Blöcke „Inbetriebnahme“ bei der Entstehung und „Wiederverwendung“ in der letzten Phase ausüben.
Kostenblock "Wiederverwendung" ist ein Gewinnblock
Der Kostenblock „Wiederverwendung“ ist im ursprünglichen VDMA-Blatt nicht enthalten. Er wurde eingeführt, weil er kein Kostenblock, sondern ein Gewinnblock ist, der den Wertverlust einer Maschine vorteilhaft begrenzen kann. Wiederverwendung wird heute vor allem im Softwarebereich angestrebt, um den Entwicklungsaufwand und die Kosten neuer Funktionen durch Weiternutzung ausgereifter und fehlerfreier Softwaremodule zu verringern. Dass dies auch im Bereich mechanischer Komponenten von Maschinen möglich sein kann, wird später gezeigt.
Eine Effizienztechnik (Bild 3) zeichnet sich im Vergleich zu einer Standardtechnik durch niedrigere Betriebs- und Wartungskosten aus. Ob dafür – wie oft als selbstverständlich angenommen – auch die Anschaffungskosten höher sein müssen, ist umstritten. Schließlich gehören zum Lebenszyklus auch die Inbetriebnahmeaufwendungen. Liegen diese bei einer Effizienztechnik niedriger, kann das die Anschaffungskosten senken.
Rundtaktautomat wird per Kurve oder pneumatisch gesteuert
Diese Zusammenhänge sollen am Beispiel von zwei Versionen eines Rundtaktautomaten für die Montage, der bis zu 16 Arbeitsstationen umfassen kann, verdeutlicht werden. Es geht dabei um Pick-and-place-Operationen mit einem Horizontal- wie Vertikalhub von 60 mm für eine Leistung von 30 Takten pro Minute. In einer Version arbeitet ein kurvengesteuerter Einleger, montiert auf einer Effizienzgrundmaschine (EGM) von IMA (Bild 4), während die andere Version als Rundschalttisch mit pneumatischem Handling (Betriebsdruck 6 bar) ausgeführt ist (Bild 5).
Die EGM wird durch einen zentralen Motor angetrieben, der einerseits den Rundschalttisch dreht und andererseits über ein kurvengesteuertes Mitnehmerscheibenpaar die Horizontal- und Vertikalbewegungen der Einleger bewirkt. Durch die starre mechanische Kopplung über Hebel und Kniehebel (Bild 4a unten) ist nur ein zentraler Drehgeber für die Positionserfassung nötig. Damit ist der Einleger als Parallelkinematik anzusehen, der sich unter anderem durch außergewöhnliche Steifigkeit auszeichnet. Außerdem folgt der Weg des Einlegers einer festgelegten und reproduzierbaren Bahn, die mehr konstruktive Freiräume zulässt.
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