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Kurvenscheibensteuerung kommt ohne teure Druckluft aus

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Bei den Herstellkosten gibt es keine großen Unterschiede

Schon zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass sich die Wahl der – in diesem Fall wesentlich kostengünstigeren – Energieform auch auf die Kosten anderer Komponenten des VDMA-Prognosemodells nach Bild 2 auswirken können. Bei der Betrachtung des ersten Lebenszyklusabschnittes Entstehung sind zunächst die Anschaffungskosten näher zu beleuchten, insbesondere die Kosten der verwendeten Komponenten.

Bei der EGM sind dies mechanische Bauteile, die im Bild 4 unten zu sehen sind. Beim pneumatischen Aufbau kommen zu den mechanischen Teilen (Druckzylinder mit Führungen) noch Ventile und Sensoren hinzu. Dennoch liegen die Herstellkosten typischer Ausführungen nahe beieinander, sodass sich dort keine großen Unterschiede ergeben.

Inbetriebnahme pneumatischer Systeme doppelt so teuer

Anders sieht es beim Kostenblock Inbetriebnahme aus: Beim EGM-System beschränken sich die Arbeiten auf die Justage der beiden Endpositionen. Beim pneumatischen Aufbau kommen zusätzlich noch die Verschlauchung der Zylinder für Vertikal- und Horizontalbewegung sowie die Einstellarbeiten für die Luftdrosseln hinzu. Darüber hinaus sind noch die Endlagensensoren anzuschließen und einzustellen. Berücksichtigt man diese Arbeiten, dann können sich die Inbetriebnahmeaufwendungen für die pneumatische Lösung gegenüber dem Zentralantriebssystem verdoppeln.

Die Entscheidung für eine bestimmte Energieform wirkt sich auch stark auf die Verfügbarkeit einer Maschine oder Anlage aus: Durch den Zentralantrieb der EGM sind für Standardanwendungen keine zusätzlichen Sensoren erforderlich, denn für die Positionskontrolle aller Bewegungen reicht der zentrale Drehgeber am Hauptantrieb völlig aus. Ein Rundtakttisch mit Pneumatikhandlingeinheiten benötigt dagegen in jeder Arbeitsstation Endlagenschalter. Damit unterliegen die Leitungen zu den Schaltern, vor allem der Vertikalbewegung, einem stärkeren Verschleiß. Auch die Ventile zur Steuerung der pneumatischen Antriebe stellen ein zusätzliches Ausfallrisiko dar.

Je weniger Teile ein System enthält, desto höher ist seine Verfügbarkeit. Durch die mechanische Kopplung am robusten Zentralantrieb ist das Ausfallrisiko der EGM wesentlich niedriger als bei der pneumatischen Version. Deren zusätzliche Bauteile (Leitungen, Sensoren, Ventile) schränken die Verfügbarkeit der Maschine nach Maßgabe ihrer MTBF (mean time between failures) wesentlich ein.

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