Schraubmontage Lager von Dreh- und Schwenkachsen prozessicher montieren

Autor / Redakteur: Thomas Preuss / Rüdiger Kroh

Um die genaue Lagerung von Dreh- und Schwenkachsen sicherzustellen, werden Fräsmaschinen mit Akkuschraubern montiert. Die Werkzeuge haben Selektoren, die mit jeweils vier Parametersätzen programmiert sind. Die über 500 Verschraubungsschritte je Achse erfolgen nun genauer und ergonomischer als zuvor mit Drehmomentschlüsseln.

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Bild 1: Der Drehtisch der Fräsmaschine HPM 450 U hat etwa 540 Schrauben. Hier wird der äußere Ring des C-Achsen-Lagers montiert, das mit 44 Schrauben im Gehäuse fixiert wird.
Bild 1: Der Drehtisch der Fräsmaschine HPM 450 U hat etwa 540 Schrauben. Hier wird der äußere Ring des C-Achsen-Lagers montiert, das mit 44 Schrauben im Gehäuse fixiert wird.
(Bild: Atlas Copco Tools)

Die Qualität einer Fräsmaschine wird im Wesentlichen von der Präzision bestimmt, mit der sie die Teile fertigt“, erklärt Urs Kaufmann, Abteilungsleiter Komponentenmontage bei der Georg Fischer Machining Solutions im schweizerischen Nidau. Hinzu kämen natürlich als weitere Faktoren Vorschubgeschwindigkeit, Leistung und Zuverlässigkeit. Die Genauigkeit wiederum hänge von der mechanischen Präzision der Linearachsen ab und von der „kompensierbaren“ Genauigkeit – das ist die via Software erreichbare elektronische Korrekturmöglichkeit.

Die Achsen werden auf 2 µm genau zueinander montiert

Immer wichtiger werde für die Anwender außerdem die erzielbare Oberflächengüte: „Wir entwickeln und bauen unsere Maschinen genau auf die Anforderungen unserer Kunden hin“, betont Kaufmann. „Damit unterscheiden wir uns von anderen Anbietern, die in Großserie herstellen.“ Stolz ist der Georg-Fischer-Mitarbeiter vor allem auf die Genauigkeit, mit der die Achsen der Schweizer Fräsmaschinen aufeinander abgestimmt werden: „Wir schaffen es, die Achsen auf 2 µm genau zueinander zu montieren.“

Hohe Präzision ist bei der Montage der B- und der C-Achse gefordert, mit denen die Fräsmaschinen der Baureihe Mikron HPM 450 U eine 5-Achsen-Simultan-Bearbeitung erlauben. Beide Achsen stehen im Winkel von 90° zueinander; die B-Achse schwenkt die C-Achse, die ihrerseits eine Drehachse ist und über einen Palettenteller das zu bearbeitende Bauteil aufnimmt. Die beiden Lager der Achsen werden im Gehäuse mit einer Vielzahl von Schrauben befestigt – desgleichen der Palettenteller auf dem Klemmring des Lagers.

Mehrere Montageschritte pro Schraube sichern die Präzision

Das Lager muss sehr exakt montiert werden und darf sich nicht verkanten. Es ist also erforderlich, dass alle Schrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. „Früher haben wir das mit einem einfachen Akkuschrauber und einem Drehmomentschlüssel gemacht“, erinnert sich Monteur Hanspeter Obrecht. „Dabei musste man konzentriert arbeiten, um alle Schrauben in der richtigen Reihenfolge mit dem richtigen Drehmoment anzuziehen.“ Denn die Konstrukteure gaben vor, dass die Schrauben jedes Ringes über Kreuz und mit drei verschiedenen Drehmomenten anzuziehen sind. „Außerdem war es mit den mechanischen Drehmomentschlüsseln nicht gerade komfortabel.“

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