Automobilleichtbau

Lamborghini setzt bei CFK auf die Monocoque-Bauweise

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Im Luxussegment des Sportwagenbereichs werden in der Regel vorimprägnierte Carbonfasern (Prepregs) verarbeitet, wie man sie von der Luft- und Raumfahrttechnik her kennt. Schicht für Schicht werden die Prepregs auf eine Negativform gelegt und als Rohteil im Autoklaven ausgehärtet. Jedoch ist die Aushärtung im Autoklaven zeit- und kostenintensiv. Lamborghini favorisiert daher Out-of-Autoklav-Prozesse, die trotz der Rationalisierungseffekte gleichbleibende Bauteileigenschaften versprechen. Vor allem Harzinjektionsverfahren wie Hochdruck -RTM (RTM Lambo) und das Vakuum-RTM , ofenhärtende Prepregs, Vorverformungstechniken ( Preforming, Thermoformen ) und Pressverfahren werden favorisiert.

Bodenwanne war erstes Monocoque-Bauteil

Die Bodenwanne des Aventador LP700-4 war das erste Bauteil, das der Sportwagenhersteller nach dieser Strategie entwickelt und gefertigt hat. Die Fertigung im Lamborghini-Hauptquartier Sant’Agata Bolognese statt. Dort werden alle mit dem „Bullen“ gekennzeichneten Fahrzeuge produziert. Es wird erwartet, dass in Zukunft auch andere Modelle von Lamborghini eine CFK-Bodenwanne erhalten.

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Bei der Verfahrensvariante RTM Lambo wird ein Fasergerüst (Preform), das bereits die Kontur des herzustellenden CFK-Bauteils hat, in ein Werkzeug gelegt und dort mit Epoxidharz imprägniert. Im Gegensatz zu konventionellen Hochdruck-RTM-Verfahren kommen dabei Werkzeuge zur Anwendung, deren Unterbau auch aus CFK besteht. Im Gegensatz zu Stahl- und Aluminiumwerkzeuge ist somit das Werkzeuggewicht deutlich niedriger. Dadurch lässt sich laut Lamborghini die Prozesskette aus Preforming und Harzinjektion leichter automatisieren. Huntsman hat das Harz Araldite dem Prozess RTM Lambo angepasst.

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