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Wolfgang Burger, geschäftsführender Gesellschafter der Oximatec GmbH: „Der elektrische Leiter in der von uns entwickelten Keramik ist ein Hartstoff, dessen Anteil wir auf etwa 20 bis 24% Volumenanteil reduziert haben. Mit dieser Keramik und der Maschine Cut 1000 Oiltech ergab sich ein überraschend guter Erodiererfolg, der mit der Bearbeitung von Metall vergleichbar ist.“
Diese Einschätzung fußt auf Versuchen zum Draht- und Senkerodieren sowie auf einem erstaunlichen Ergebnis, das die Herstellung eines Zahnrades aus Keramik betrifft, wie Wolfgang Leonhardt, Inhaber des Leonhardt Graveurbetriebs, berichtet: „Das Zahnrad haben wir drahterodiert, um seine Funktion in einem Getriebe zu prüfen, vor allem in Bezug auf Verschleißbeständigkeit bei Trockenreibung. Dabei wollen wir auch die Eignung als Schneidstempel im Stanz- und Biegebereich testen.“
Startloch-Erodiermaschine ist intuitiv bedienbar
Zukunftsweisend für das Startlochbohren beim Drahterodieren soll die neue Startlochbohrmaschine Drill 20 sein. Laut GF Agie Charmilles kombiniert sie Geschwindigkeit mit Präzision und Bedienerfreundlichkeit und macht Werkzeugbauer wettbewerbsfähiger. Der Hochgeschwindigkeits-Vertikalbohrer ist aus leitendem Material konzipiert, darunter gehärteter Stahl, Karbid, Aluminium, Kupfer und Messing. Bei einer Bohrkapazität von 0,15 bis 3,0 mm Durchmesser bis zu einer Tiefe von 200 mm ist die Drill 20 eine vielseitige Ergänzung für ein breites Spektrum von Drahterosionsanwendungen.
Entscheidend für die höhere Leistungsfähigkeit des Gerätes ist die neue, leistungsstarke Windows-CNC mit Touchscreen. Zu den wesentlichen Merkmalen zählen laut Hersteller eine intuitive und besonders bedienerfreundliche Oberfläche, der Netzwerkanschluss, das schnelle Job-Set-up, die erweiterten Funktionen zur raschen Ausführung mehrerer Bohrungen, der Datenimport für die Positionierung, das integrierte Bedienerhandbuch sowie die Funktionen zur automatischen Erkennung von Kanten und Mitten.
Erodierbohrmaschine dringt in Tiefen bis 2600 mm vor
„Dort, wo die mechanische Energie bei der Bearbeitung schwer zerspanbarer Werkstoffe an ihre Grenzen stößt, beginnt der Einsatz der Funkenerosion“, weiß Rüdiger Heun, Geschäftsführer der Heun Werkzeugmaschinen & Industriebedarf GmbH, Kahl. Er fügt hinzu: „Immer wieder zeigen Innovationen und Weiterentwicklungen, dass es noch ein großes Potenzial an unerforschten Anwendungsbereichen gibt.“ Mit einer Sondererodierbohrmaschine hat das Unternehmen mit einem Elektrodendurchmesser von 3 mm eine Bohrtiefe von 2600 mm erreicht.
Das Erodierbohren wird für das Einbringen kleinster Bohrungen angewandt. Mikrobearbeitung von Werkzeugen, Maschinenteilen, chirurgischen Nadeln oder Implantaten sind nur durch das Erodierbohren möglich geworden. Rüdiger Heun weiter: „Bohrungen in Einspritzdüsen für Diesel- und Benzinmotoren mit Rohrelektroden von 0,08 bis 6,0 mm sind ohne Gratbildung und Eintrittsdeformation möglich. Kühlbohrungen in Turbinenschaufeln werden ohne Beeinflussung des Materials eingebracht.“ Weitere Anwendungsbereiche sind das Einbringen von Entlüftungsbohrungen in Formen für Reifenprofile und das Bohren von Startlöchern für das Drahterodieren.
Derzeit werden Bohrversuche mit Tiefen von 2900 mm durchgeführt
Die ursprüngliche Anforderung war es, ein Sackloch von 1500 mm Tiefe in ein Werkstück mit einer Länge von 3000 mm und einem Durchmesser von 300 mm zu bohren. Die Bohrung sollte mit Elektroden von 2 bis 6 mm Durchmesser erreicht werden. Rüdiger Heun: „Durch intensive Versuchsbearbeitungen und Weiterentwicklungen in Zusammenarbeit mit dem Kunden wurden die jetzt erreichten Ergebnisse erzielt.“ Derzeit werden Versuche mit Elektroden von 1 mm Durchmesser in Bohrtiefen bis zu 2900 mm durchgeführt.
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