Energieeffizienz

Leistungskurvenausgleich senkt Stromkosten einer Industrieanlage

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Durch die praktische Echtzeitkopplung zwischen Verbraucher und Erzeuger beziehungsweise Übertrager (Netzbetreiber) kann auf Schwankungen im Stromaufkommen schnell reagiert werden. Beispielsweise bei einer Windflaute kann die Leistung der Schmelzöfen nach Abstimmung mit den Endverbrauchern (zum Beispiel Gießereien) reduziert werden. Das sind Größenordnungen von 8 bis 10 Minuten, bis die Not- oder Spitzenlastkapazitäten (Pumpspeicherwerke oder Spitzenlastkraftwerke) hochgefahren sind.

Stromkunden können kurze Wartezeiten verkraften

Reduzierungen von einer Zeitdauer von 8 bis 10 Minuten sind bei flüssigem Eisen vertretbare Wartezeiten, die unter Umständen gar nicht wahrgenommen werden. Das hinter dem dynamischen Leistungskurvenausgleich stehende System der parallelen Differenzstromregelung Padicon übernimmt genau diese Arbeit.

Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet diese „saubere Energie“ vorrangig einzuspeisen. Die Unberechenbarkeit von Wind und Sonne machen den Mitarbeitern der Netzwarten das Leben schwer. Dadurch ist ihr Job viel stressiger geworden, unterstreichen Mitarbeiter von Netzwarten. Dabei stehen wir erst am Anfang der Entwicklung. In den nächsten 10 Jahren soll der Anteil erneuerbarer Energie am Aufkommen der Gesamtenergieerzeugung in Deutschland auf 30% angehoben werden. In Ost- und Nordsee sind riesige Windanlagenprojekte in Planung.

Project Desertec soll Wüstenstrom nach Deutschland bringen

Das Wüstenstromprojekt Desertec soll Wüstenstrom nach Europa bringen. Dies stellt neue Anforderungen an das Leitungsnetz. Die Netzstabilität und Versorgungssicherheit in Deutschland soll weiterhin garantiert werden. Es sind erhebliche Investitionen in die Übertragungsnetze geplant, die mit Sicherheit zu höheren Netzentgelten führen, diese Investitionen werden auf den Energiepreis umgelegt.

Die dynamische Leistungskurvenregelung kann dabei einen Beitrag zur Netzstabilität leisten, weil Schmelzöfen mit ihrem flüssigen, 1400 °C heißen Inhalt praktisch einen Energiespeicher darstellen. Diese „Zwischenspeicher“ können helfen, Netzschwankungen auszugleichen.

Stromkunden können sich Beitrag zur Netzstabilität entlohnen lassen

Unternehmen sollten sich diese Bereitschaft mit entsprechenden preislichen Vorteilen entlohnen lassen. Die Funktionsweise ist einfach: Für den profilbestimmenden Betrieb gelten nicht mehr die Leistungsbegrenzungen gemäß Bestellleistung, sondern es werden zwei Maxima definiert: als Maximum I die Bestellleistung (zum Beispiel 6 MW) und als Maximum II die Maximalleistung der Stadtwerke.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:347106)