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Komplettbearbeitung

Leistungspotenzial des Schleifens deutlich erweitert

08.09.2010 | Autor / Redakteur: Hans-Dieter Braun / Bernhard Kuttkat

Weil in den Multigrind-Maschinen auch Bandschleifen, Drehen, Fräsen und Bohren integriert werden können, ermöglicht das die Komplettbearbeitung von komplexen Werkstücken in nur einer Maschine. Bild: Haas
Weil in den Multigrind-Maschinen auch Bandschleifen, Drehen, Fräsen und Bohren integriert werden können, ermöglicht das die Komplettbearbeitung von komplexen Werkstücken in nur einer Maschine. Bild: Haas

Die Messdaten lassen sich um das Fünf- bis Zehnfache exakter messen und es wird eine Wiederholtreue < 1 µm erreicht. Erstmals zum Einsatz gebracht haben die Trossinger ihre innovative Vermessungstechnik beim Schleifen von Abwälzfräsern, die für die Herstellung von Zahnrädern genutzt werden. Dort kommt es selbst bei größeren Fräsern an der Kontur auf Genauigkeiten von 3 µm an.

Große Konturen und feine Geometrien schleifen

Speziell für die Abwälzfräser entwickelten die Ingenieure das Verzahnungsschleifen (Bild 4). Die Zähne eines Abwälzfräsers werden konventionell in mehreren Aufspannungen und auf mehreren Maschinen gefertigt, weil sowohl sehr tiefe Nuten und große Konturen als auch feine Geometrien erzeugt werden müssen.

In den Multigrind-Schleifmaschinen können nun zwei Schleifspindeln in einem Winkel von 90° angeordnet werden, wobei eine große Scheibe mit hoher Leistung die tiefen Nuten erzeugt und ein kleiner Schleifkörper anschließend mit hoher Drehzahl die feinen Zahnkonturen hervorbringt. Diese Komplettbearbeitung in nur einer Aufspannung ist bei der Herstellung dieser Fräser einmalig.

Mehr Präzision und Qualität beim Schleifen von Tannenbaumfräsern

Ebenfalls ein Plus an Präzision und Qualität bringt eine Weiterentwicklung bei der Bearbeitung sogenannter Tannenbaumfräser. Wie bei anderen Bohr- und Fräswerkzeugen auch, muss an der Schneide ein Freiwinkel erzeugt werden.

Dieses Hinterschleifen erfolgte bislang facettenartig, was maßliche Ungenauigkeiten beim Nachschärfen der teuren Fräser zur Folge hatte. Nun hat Haas einen logarithmischen Freistellungsprozess entwickelt, durch den ein bogenförmiger Hinterschliff erzeugt wird.

Das Verfahren ist auch für andere, insbesondere kleinere Bohr- und Fräswerkzeuge sowie Sonderverzahnungen einsetzbar. Die Werkzeuge behalten dadurch länger als bisher ihre Präzision beim Nachschleifen.

Schleifmaschine mit zweitem Tisch in der X-Achse erspart eine Aufspannung

In nur einer Maschine können zukünftig auch Werkstücke komplett fertig geschliffen werden, die notwendigerweise in zwei Aufspannungen, zum Beispiel auf der Vorder- und der Rückseite, bearbeitet werden müssen. Möglich wird dies durch eine Multigrind CB mit einem zweiten Tisch in der X-Achse.

Die beiden Tische mit jeweils einer Aufspannung können bei rotierenden Achsen aufeinander zugefahren werden. So wird eine fliegende Übergabe von einer Aufspannung in die nächste möglich und damit das Ergebnis hochpräzise. Diese Methode ermöglicht die automatische Rundumbearbeitung.

Drehen, Fräsen und Bohren können integriert werden

Weil in den Multigrind-Maschinen auch die Fertigungsverfahren Drehen, Fräsen und Bohren integriert werden können, ermöglicht das neue Verfahren die Komplettbearbeitung von komplexen Werkstücken in nur einer Maschine und in einem ununterbrochenen Bearbeitungszyklus.

Eine weitere Neuentwicklung, die erstmals auf der AMB 2010 gezeigt wird, betrifft den Werkzeugwechsel, den Wechsel des Scheibenschutzes und die Führung der Kühlmitteldüsen. Auch dabei ist das Ziel, dass der Bearbeitungsprozess automatisch abläuft und nicht mehr durch manuelle Eingriffe unterbrochen werden muss.

Dipl.-Ing. Hans-Dieter Braun ist Entwicklungsleiter der Haas Schleifmaschinen GmbH in 78647 Trossingen

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