Organische Leuchtdioden Licht aus Plastik

Autor / Redakteur: Birgit Niesing / Josef-Martin Kraus

Hauchdünne Fernseher, leuchtende Tapeten, flexible Bildschirme – organische Leuchtdioden beflügeln seit Jahren die Fantasie von Forschern, Entwicklern und Unternehmern. Langsam werden die Ideen Realität: Minidisplays sind bereits auf dem Markt. Erste ultradünne Fernseher werden in Serie produziert. Und schon bald sollen organische Leuchtdioden Glühbirne und Co. ersetzen.

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Strahlend hell, brillant und flexibel – so soll die Zukunft aussehen: Statt greller Glühbirnen oder flackernder Neonröhren erleuchten großflächige Panels oder Folien unsere Zimmer. An der Wand hängt ein ultraflacher Fernseher, der aus jedem Blickwinkel ein gestochen scharfes Bild bietet. Die Computer-Displays sind hauchdünn und flexibel. Sie lassen sich einfach rollen und in der Jackentasche transportieren.

Leuchtende Kunststoffe erlauben neue Anwendungen

Nein, das sind keine Szenen aus einem Science-Fiction-Film, sondern Produktideen, die schon bald Realität werden könnten. Möglich machen es leuchtende Kunststoffe: organische Licht emittierende Dioden, kurz OLEDs.

OLEDs sind Bauelemente aus ultradünnen organischen Schichten, die beim Anlegen einer Spannung Licht aussenden. Die einfachste Form einer OLED besteht aus einer Metallkathode, einer transparenten Anode und einer dazwischen eingebetteten organischen Halbleiterschicht.

Forscher haben die ersten „leuchtenden“ Kunststoffe vor etwa 20 Jahren entdeckt. Seither gelten sie als ideale Alternative zu den heute eingesetzten Techniken im Displaybereich und in der Beleuchtung. Denn OLEDs brauchen keine Hintergrundbeleuchtung, bieten aus jedem Blickwinkel ein perfektes Bild, benötigen wenig Energie und lassen sich auf große Flächen in hauchdünnen Schichten auftragen – ideale Voraussetzungen für leuchtende Tapeten und flexible Displays.

Erste Bildschirme mit organischen Leuchtdioden seit Ende der 90er Jahre

Bereits Ende der 90er Jahre kamen die ersten kleinen OLED-Bildschirme auf den Markt. Heute sind OLEDs als Displays in Handys, MP3-Playern, Kameras und Autoradios zu finden. Bislang werden vor allem Passiv-Matrix-OLEDs (PMOLEDs) eingesetzt.

Einen deutlichen Qualitätssprung bringen farbige Aktiv-Matrix-OLEDs (AM-OLEDs). Damit lässt sich ein hervorragender Kontrast erzielen. Weiterer Vorteil: Die Reaktionszeit beim Umschalten ist extrem kurz. „Ghosting-Effekte“, das Nachblenden des vorherigen Bildes bei schnellen Filmszenen, gehören damit der Vergangenheit an.

Kein Wunder, dass die Nachfrage nach AMOLEDs steigt. Betrugen die AMOLED-Lieferungen von allen Herstellern im ersten Halbjahr 2008 etwa 7,1 Mio. Einheiten, sollen sie im zweiten Halbjahr bereits auf 10 Mio. Panels steigen.

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