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Dämmstoffe Lignin als Grundlage für Bio-Wertstoffe

| Redakteur: Katharina Bormann

Forscher der Technischen Universität Hamburg-Harburg haben mit hochreinem Lignin aus der Lignocellulose-Bioraffinerie am Fraunhofer-CBP hochporöse Dämmstoffplatten aus ligninhaltigen Aerogelen hergestellt, die hervorragende Isoliereigenschaften besitzen sollen. Das Lignin hierfür wurde aus Buchen-Restholz nach dem Organosolv-Verfahren gewonnen.

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Organosolv-Lignin nach Fällung und Filtration auf der Filterpresse.
Organosolv-Lignin nach Fällung und Filtration auf der Filterpresse.
(Bild: Fraunhofer-CBP )

Lignin ist einer der Hauptbestandteile verholzter Pflanzenteile, das – eingelagert in die pflanzliche Zellwand – dem Holz seine Druck- und Bruchfestigkeit verleiht. Der komplex aufgebaute organische Stoff war bisher vor allem als mit Schwefel verunreinigtes Nebenprodukt bei der Papier- und Zellstoffherstellung verfügbar.

Verfahren auch für chemische Industriezweige interessant

Das von Fraunhofer entwickelte Organosolv-Verfahren macht es möglich, das Strukturmaterial von Holz, Lignocellulose, nur mit Wasser und Alkohol in seine Grundbestandteile aufzuteilen. Das Holz wird dabei bei hoher Temperatur und mit hohem Druck gekocht und so in seine Hauptbestandteile Lignin, Hemicellulose und Cellulose zerlegt. Während die faserige Cellulose dabei fest bleibt, lösen sich das Lignin und die Hemicellulose in der Flüssigkeit.

In einem weiteren Schritt gewinnen die Wissenschaftler das Lignin aus der Flüssigkeit – indem sie es fällen und abtrennen. Bei diesem Vorgang entsteht hochreines Lignin, welches laut dem Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) auch chemischen Industriezweigen als wertvoller Grundstoff dienen kann. Bereits vor vier Jahren wurde das Verfahren erfolgreich in den Pilotmaßstab übertragen und wird Fraunhofer zufolge nach wie vor in diversen Projektvorhaben weiterentwickelt.

Multifunktionales Lignin

Lignin kann sowohl für Biowerkstoffe also auch als Bindemittel für die Holzindustrie verwendet werden. Aufgrund der chemisch interessanten Struktur verfolgen Forscher am Fraunhofer-CBP zudem Ansätze, aromatische Grundstoffe aus dem komplexen Naturstoff zu gewinnen. So könnte die gewonnene Cellulose, die in ihre Zuckerbausteine zerlegt wurde, beispielsweise auch Mikroorganismen als Nährstoff dienen.

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