Elektromobilität Lithium-Ionen-Batterien haben die Nase vorn

Autor / Redakteur: Monika Zwettler / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Als Energiespeicher im Automobil der Zukunft werden Lithium-Ionen-Batterien die größte Rolle spielen. Allerdings müssen für serientaugliche Lösungen die Kosten noch drastisch gesenkt und die Leistungsmerkmale deutlich gesteigert werden.

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„Dem Elektroauto gehört auf lange Sicht die Zukunft“, ist sich Dr. Joachim Fetzer sicher. Dies gelte, auch wenn der Verbrennungsmotor über die kommenden 20 Jahre unbestreitbare Vorteile biete, so der Executive Vice President von SB Limotive, dem Joint Venture der Robert Bosch GmbH und der Samsung SDI Co. Ltd. zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Lithium-Ionen-Batterien für Anwendungen im Automobil.

Elektromobilität erfordert billigere Batterien

Allerdings sind gerade auch bei der Energiespeichertechnik eine ganze Reihe an Weiterentwicklungen nötig, um das Ziel der Bundesregierung „1 Mio. Elektrofahrzeuge bis 2020“ zu erreichen. Wie Dr. Walter Begemann, Projektleiter der Netzwerkinitiative E-Motive ausführt, ist eine massive Kostenreduktion der Batteriepreise zwingend nötig.

„Die Gesamtkosten der E-Fahrzeugnutzung müssen sich denen konventioneller Fahrzeuge annähern. Einfluss nehmen dabei auch die Ölpreisentwicklung, die politischen Rahmenvorgaben bei CO2-Grenzwerten sowie indirekte und direkte Anreize bei der Markteinführung von E-Fahrzeugen“, sagt Begemann. Darüber hinaus müssten deutsche Automobilhersteller kurzfristig Serienreife erlangen, um den Markt nicht ausländischen Anbietern zu überlassen.

Testflotten sollen Batterien für Elektromobilität voranbringen

Auch Sven Schulz, Geschäftsführer der Akasol Engineering GmbH in Darmstadt, fordert, dass die deutschen Automobilhersteller gemeinsam mit den Batterieentwicklern beginnen, Testflotten auf die Straße zu bringen und damit wertvolle Praxiserfahrung zu gewinnen. So könne das Potenzial im Gesamtsystem Elektroauto besser genutzt werden.

„Wir brauchen serientaugliche Lösungen, die hohe Qualität zu vertretbaren Preisen bieten“, sagt Schulz. „Studien, wie beispielsweise ‚E-Mobility 2025 – The New Power Play to Win (or Lose)‘ von Oliver Wyman, sehen spätestens im Jahr 2025 das Elektroauto hinsichtlich der Gesamtkosten gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Vorteil. Wenn die Produktionskosten für Batterien in einigen Jahren stark fallen, wird das in Anbetracht der geringeren Betriebskosten von Elektroautos zunehmend realistisch“, so Schulz.

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