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Smartes Kunststoff-Know-how zur K 2019

Loßburger vermitteln zwei Sichtweisen auf die Welt der Kunststoffe

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Firma zum Thema

Kunststoffe im kreiselnden Schongang

Zum brandheißen Thema Circular Economy präsentiert Arburg auf der K 2019 gleich zwei Anwendungen: Bei der Produktion von Bechern aus Polypropylen (PP) etwa, wird dem Frischmaterial 30 % Rezyklat zugesetzt. Bei diesem Praxisbeispiel für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft kooperiert Arburg mit dem K-Aussteller Erema (Halle 9, Stand C05), der das rezykliertes PP zur Verfügung stellt. Nur 4 s dauert es, um acht Becher auf einem hybriden Allrounder 1020 H zu spritzen. Diese Maschine vertritt gleichzeitig die neue Baugröße im Arburg-Portfolio, heißt es, und wird dabei als Packagingversion vorgestellt. Das Exponat verfügt über einen lichten Säulenabstand von 1020 mm, erreicht 6000 kN Schließkraft und arbeitet mit einer neuen Spritzeinheit der Größe 7000. Diese sei auch für den Allrounder 1120 H verfügbar und erlaube ein maximales Schussgewicht von rund 4200 g Polystyrol.

Bei der zweiten Circular-Economy-Anwendung wird auf ein PCR-Material (Post-Consumer-Rezyklat) aus Haushaltsabfällen zurückgegriffen, um daraus ein technisches Produkt zu fertigen, erklären die Loßburger. Das am Markt verfügbare PCR wird dabei von einem elektrischen 2-Komponenten-Allrounder des Typs 630 A im Profoam-Schäumverfahren verarbeitet, das zweite Material ist TPE (thermoplastisches Elastomer). Gespritzt wird ein zweiteiliger Türgriff für Maschinen, dessen Hälften im Werkzeug montiert werden, heißt es. Danach werden einige Bereiche des Griffs mit der weichen TPE-Komponente umspritzt. Diese Anwendung veranschauliche, wie sich PCR-Material in den Kreislauf zurückführen lässt, um hochwertige und langlebigere Funktionsteile herzustellen.

Premiere für 4-Säulen-System der Kreislaufwirtschaft

Mit diesen Anwendungen zeige Arburg seine Kompetenz in Sachen Circular Economy und Ressourcenschonung auf. Zahlreiche Aktivitäten – sowohl für Kunden, also auch interne – hat Arburg im neuen Programm „arburgGreenworld“ gebündelt, das auf vier Säulen beruht: Die ersten drei Säulen „Green Machine“, „Green Production“ und „Green Services“ beziehen sich dabei auf die Angebote für Kunden und die vierten Säule „Green Environment“ subsummiere die Arburg-internen Prozesse.

Verfahrensseitige Innovationen für die Kunststoffverarbeitung

Wie sich mittels IMSE-Technologie (Injection Moulded Structured Electronics) funktionale In-Mould-Produkte erzeugen lassen, demonstriert Arburg mit einem Allrounder 470 A mit 1000 kN Schließkraft. Dazu, heißt es, werden Folien mit integrierten elektronischen Funktionen ins Werkzeug eingelegt und mit PC (Polycarbonat) hinterspritzt. Die Spritzgießmaschine wird in einer Zykluszeit von rund 75 s ein Nachtlicht als Demonstratorteil fertigen.

Mikroschalter aus temperfreiem LSR zu produzieren ist die Aufgabe eines elektrischen Allrounder 270 A, ausgestattet mit einer Mikrospritzeinheit der Größe 5 mit 8-mm-Schnecke, 8-fach-Werkzeug und LSR-Kartusche. so Arburg. Das Spritzteilgewicht betrage lediglich 0,009 g, die Zykluszeit liegt bei 20 s. Die Spritzteile werden von einem Greifer des Typs Multilift 3+1 entnommen, der sie optisch geprüft, nach Kavitäten getrennt abgelegt und schließlich in Papierbeutel verpackt. Solche Mikrobauteile, konkretisiert Arburg, werden in den Bereichen Automotive und Medizintechnik eingesetzt.

Das Umspritzen von Hybridbauteilen ist die Rolle, die Arburg einem vertikalen Allrounder 375 V mit 500 kN Schließkraft zugedacht hat, der mit einem auf dem Maschinenständer montierten Robotsystem Multilift Select kompakt automatisiert ist. Die Einlegeteile werden dazu auf einer Rolle bereitgestellt und die Kontakte in einer Zykluszeit von rund 15 s in einsatzfähige Hybridstecker verwandelt.

Darüber hinaus wird mit einem neuen Freeformer ein technologischer Ausblick darauf gegeben, wie sich künftig im Arburg-Kunststoff-Freiformen (AKF) auch faserverstärkte Bauteile – also Composites – realisieren lassen.

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