Textil-Service

Märkte in der Krise entwickeln

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Businesskleidung ist ausbaubares Geschäftsfeld

So wird, wer die Logistik am besten löst, zu den Branchengewinnern gehören, denn mit dem wirtschaftlichen Druck zieht selbstverständlich der Wettbewerb an. „Viele Anbieter versuchen ihre freien Kapazitäten in der Produktion kurzfristig über Sonderpreise oder Sonderleistungen schnell mit Neukunden zu füllen“, sagt Gerdum. Doch das ist für ihn kein Weg, der nachhaltigen Erfolg verspricht. „Wir müssen uns zusätzlichen Märkten öffnen, weitere rentable Kundengruppen finden. Businesskleidung ist zum Beispiel ein neues, noch sehr ausbaufähiges Geschäftsfeld. Dieser Markt ist noch nicht einmal zu 10% erschlossen.“

Und es gelte, den Vorteil der Mehrweglösung gegenüber von Kaufkleidung herauszustellen. „Wir müssen den Mehrwert unserer Dienstleistung unseren Kunden noch sehr viel eingehender verdeutlichen. Im Grunde ist unser Angebot eine wirkliche Lösung für die Krise. Denn der Kunde muss die Kleidung nicht kaufen. Unsere Dienstleistung erlaubt ihm, die Kosten auf eine lange Laufzeit zu verteilen.“

Strategische Geschäftsfelder genau definieren

Eine im vergangenen Jahr erschienene Studie über die Chancen und Herausforderungen im Marktsegment Textil-Service bestätigt diese Aussage. Dr. Geert Böttger, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Expo + Consulting Associates Ltd., untersuchte Preisentwicklung, Branchendynamik, Nachfragemarkt und Wettbewerbsstrategien im Textil-Servicemarkt.

Sein Fazit lautet: „Es ist notwendig, strategische Geschäftsfelder in Zukunft ganz genau zu definieren. Die deutliche Trennung von Kunden- und Produktionsperspektive ermöglicht es, sehr viel besser zu analysieren, wie sich die Anforderungen der Märkte und Kundengruppen verändern und wie die Leistungserbringung darauf eingestellt werden muss.“

Preisdruck langfristig widerstehen

Wie in vielen Branchen besteht auch für Textil-Serviceanbieter die größte Herausforderung darin, den Preisdruck langfristig auszuhalten. Böttger betont: „Der Einkauf von Textilien für den Full-Service unterscheidet sich grundsätzlich vom schnellen Geschäft der Mode. Geht es bei Textilien um Modeartikel, können und werden Lieferanten weltweit zügig ausgetauscht, um möglichst günstig einkaufen zu können. Das gilt für Lieferanten von hochwertigen Textilien für den Full-Service nicht. Dort sind Spezialkompetenzen in der Produktentwicklung und -herstellung gefragt. Deshalb ist die Lieferantenbindung sehr hoch.“

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