Leichtbau

Magnesium-Walzhalbzeuge mit optimierten Eigenschaften

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Erforderlich dafür ist eine entsprechende Anpassung der Magnesiumeigenschaften hinsichtlich der Festigkeit (bis 350 MPa), der Bruchdehnung (mindestens 8%) und der Hitzebeständigkeit. Der Ansatz dazu erfolgt durch Einbringung spezieller MMC-Partikel in die Magnesiumschmelze.

Platten aus Magnesium-Verbundwerkstoff bis 50 mm dick

Entscheidend für den kommerziellen Erfolg dieses Verbundwerkstoffs sind eine homogene Verteilung der Partikel im Matrixwerkstoff und die Ausbildung einer stabilen Partikel-Matrix-Grenzfläche. Entsprechende Werkstoffe sollen in einem für den Mg-MMC optimierten Bandgießverfahren zu Platten mit bis zu 50 mm Dicke und mindestens 400 mm Breite verarbeitet werden.

Schwerpunkte der Verfahrensoptimierung, für die LMPV und die TU Clausthal verantwortlich zeichnen, liegen in der Homogenisierung der Schmelze, dem Arbeiten unter Schutzgasbeaufschlagung, dem Kühlprozess sowie der oxidfreien Aufbringung der Schmelze auf das Kühlband.

Schmiedeteile aus Magnesium-MMC-Platten

Aus den Mg-MMC-Platten wird dann Weisensee den Vorgaben entsprechende Schmiedeteile herstellen. An diesen Teilen werden bei Aida Development Werkstofftests vorgenommen, um die Zulassungsfähigkeit des metallischen Verbundwerkstoffs für die zivile Luftfahrt zu prüfen und zu dokumentieren.

Ziel dieser Gewichtseinsparung bei Flugzeugsitzen ist das Erreichen der Schadstoffemissionsvorgaben, die das Advisory Council for Aeronautics Research in Europe (ACARE) in der Studie „Vision 2020“ vermerkt hat. So sieht man im Leichtbau und Triebwerksbau noch Optimierungspotenzial, um bei zivilen Flugzeugen die Kohlendioxidemission um 50% sowie die Stickoxidemission um 80% zu senken.

Heinz-Peter Reichel ist Geschäftsführer der LMPV Leichtmetall-Produktion & Verarbeitung GmbH in 06785 Oranienbaum.

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