Bedientechnik

Maßgeschneiderte Eingabegeräte für Werkzeugmaschinen

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Stand-alone- oder Desktop-Versionen, wie sie bei herkömmlichen Tastaturen üblich sind, finden bei Werkzeugmaschinen lediglich Verwendung in Konsolen oder speziellen Anlagen. Es ist unzweckmäßig, diese im rechten Winkel zum Boden anzubringen. Möglich wäre dies jedoch durch sogenannte Vesa-Bohrungen auf der Rückseite, wie sie bei der Montage großer Monitore und Displays üblich sind.

Touchscreens erleichtern Kommunikation am System

Eine weitere Kategorie der Dateneingabe im Industrie- und Anlagenbereich ist die Gruppe der Touchscreens. Durch ihre intuitive Bedienung erleichtern sie die Kommunikation am System. Bedienpanels mit Touchscreen bestehen aus einem Frontträger (dem Panel), der die Bedienelemente aufnimmt, dem Touchscreen und einem entsprechenden Display, welches sich dahinter befindet.

Bei diesen Lösungen verschmelzen Dateneingabeeinheit und visuelle Datenausgabeeinheit in einem Gerät. Selbstverständlich können in diesem Panel ergänzend Folientasten zum Einsatz kommen.

Unterschiedliche Touchscreen-Techniken im Einsatz

Das eigentliche Element, der Touchscreen, besteht aus einer auf dem Display angebrachten berührungsintensiven Schicht, welche auf Kontakt des Fingers oder einer Zeigehilfe reagiert und den Cursor ansteuert. Je nach Anwendungsbereich kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz: neben analog-resistivem, kapazitivem sowie Surface-Acoustic-Wave-Wirkprinzip auch zunehmend Infrarot-Technik.

Die meisteingesetzte Form ist dabei die analog-resistive Technik. Diese Art von Touchscreen besteht aus zwei gegenüberliegenden leitfähigen Schichten. Diese sind durch isolierte Abstandshalter voneinander getrennt. Als Trägermaterial für diese Schichten kommen Glas oder robuste Kunststofffolien zum Einsatz.

Durch Druck auf eine entsprechende Stelle kommt eine leitfähige Verbindung zwischen oberer und unterer Schicht zu Stande. Eine angeschlossene Auswerteelektronik erkennt die Position des Berührungspunktes in einem entsprechenden X-Y-Koordinatensystem.

Trend geht zu individualisierten Touchscreens

Der zukünftige Trend der Dateneingabe geht klar zu individualisierten Touchscreen-Lösungen. Die Flexibilität dieser Systeme ist unschlagbar und die intuitive Menüführung einfach im Handling. In Zukunft wird diese Art der Eingabe immer weiter entwickelt werden.

Erste Tendenzen zeigen sich in industrietauglichen Multitouch-Systemen, das heißt der Realisierung der Dateneingabe mit mehreren Fingern gleichzeitig. Die Möglichkeiten in Bezug auf neue Menüdesigns sind dabei vielfältig. Es können mehrere Funktionen und Parameter gleichzeitig gesteuert werden und flüssige Texteingaben werden damit einfacher. Auch Zusatzfunktionen wie Drehen oder Skalieren von virtuellen Elementen sind mit dieser Technik ohne Probleme realisierbar.

Berührungslose Dateineingabe noch in Arbeit

An der Verwirklichung berührungsloser Dateneingabetechniken wird gegenwärtig intensiv gearbeitet. Handgeräte, die im freien Raum über Infrarottechnik erkannt werden, kopieren die Bewegungsabläufe auf andere Geräte. Auf diese Weise können zum Beispiel Roboter programmiert und angelernt werden.

Es zeigt sich, dass Text- und symbolgebundene Eingaben auch weiterhin Eingabegeräte mit klassischen Tastatureigenschaften benötigen. Quasi als technische Archetypen sind und bleiben sie die idealen Basisgeräte. Neue Methoden und Techniken können jedoch eine sinnvolle Ergänzung für spezielle Einsatzzwecke bilden.

Dipl.-Ing. Stephan Hakuba ist zuständig für den Standard-Vertrieb bei der Gett Gerätetechnik GmbH in 08233 Treuen.

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