Materialeffizienz

Materialeinsparungen erschließen Kosten- und Wettbewerbsreserven

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Als Hersteller von Metallverpackungen und -verschlüssen hat die Blechwarenfabrik Limburg durch Prozessanalyse Materialreserven erschlossen. Im Jahr 2009 werden bei der Produktion von Behältern für chemisch-technische Produkte rund 1000 t weniger Einsatzstoffe benötigt, darunter 810 t Weißblech, 23 t PE-Folie und 90 t Lack. Dazu trug eine bessere Materialausnutzung durch neue Pressen maßgeblich bei.

Bundeswirtschaftsministerium unterstützt mit Impulsprogramm „Materialeffizienz“

Zudem wurde ein für die Branche beispielgebendes Verfahren zur Nutzung von Abfallronden auf den Weg gebracht. Auch bei diesem ab 2006 entwickelten ganzheitlichen Konzept zur nachhaltigen Materialeinsparung leistete das BMWi-Impulsprogramm „Materialeffizienz“ Starthilfe, heißt es.

Einem neuen Kunststoff-Recyclingverfahren der LIC Langmatz GmbH zeigt, dass Not erfinderisch macht. Weil die Garmisch-Partenkirchener als Hersteller von Kunststoffteilen gerade in Spitzenzeiten immer wieder Zulieferprobleme bei Polycarbonat bekam, wurde kurzerhand eine Technik zur Eigenherstellung von Granulat aus Altauto-Dächern entwickelt.

Schredder-Mühle amortisiert sich nach einem Jahr dank höherer Materialeffizienz

Herzstück der Investition vor rund 1 Mio. Euro ist eine Schredder-Mühle. Mit Einsparungen von jährlich 870 000 Euro Material- und 120 000 Euro Fertigungskosten habe sich die Anschaffung bereits nach einem Jahr amortisiert, teilte die Geschäftsführung mit.

Das Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik der TU Clausthal hat zusammen mit dem Faserinstitut Bremen und neun Industriepartnern eine Recyclinglücke bei der Wiederaufbereitung von Gewebeverschnitten geschlossen. Dank der neuartigen Organofolie, einem tiefziehfähigen Halbzeug aus gerichteten Kohlenstoffstapelfasern, für die es bereits großtechnische Produktionskonzepte gibt, lassen sich erstmals kostengünstige Massenbauteile für Autos, Möbel oder Fahrrädern herstellen. Im Technikummaßstab bereits hergestellt, soll das Recyclingmaterial mit günstiger Energie- und CO2-Bilanz nach Angaben der TU Clausthal gegenüber vergleichbarer Neuware nur noch etwa ein Fünftel kosten.

Gesteigerte Materialeffizienz ermöglicht Wettbewerbsvorteil

Das auf Umbau von Serien-PKW für behinderte Menschen spezialisierte Autohaus Jelschen hat in wenigen Monaten durch Erschließung eines jährlichen Einsparpotenzials rund 100000 Euro seine Kosten- und Wettbewerbssituation verbessert. Im Mittelpunkt der Materialeffizienz-Aktivitäten steht der für den Rollstuhltransport nötige Umbau unterschiedlicher PKW-Typen mit großer Heckklappe. Durch TÜV-konforme Optimierung des Traggerüstes für die abzusenkenden Bodenwannen konnten, je nach Modell, zwischen 32 bis 84% Material eingespart werden.

Studien zufolge könnte das verarbeitende Gewerbe auf etwa ein Fünftel des bisherigen Einsatzmaterials im Wert von jährlich 500 Mrd. Euro verzichten, wenn unter Effizienzaspekten mehr geforscht, berechnet, konstruiert oder recycelt würde. Deshalb unterstützt das BMWi seit 2004 einen sparsameren Materialeinsatz mit jährlich 8 Mio. Euro.

Materialeffizienz bietet gerade für kleine und mittlere Unternehmen viel Potenzial

Die Gelder sind für kleine und mittlere Unternehmen (bis 249, für einen befristeten Zeitraum sogar bis 999 Mitarbeiter) bestimmt. Gefördert werden einzelbetriebliche Beratungen zur Verbesserung der Materialeffizienz (Programm Vermat) sowie die Bildung von Netzwerken (Nemat) in denen sich vor allem kleine und mittlere Unternehmen zur gemeinsamen Suche nach Möglichkeiten einer verbesserten Ausnutzung von Material und Ressourcen zusammenschließen.

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