Motion Control Die Hintergründe für Maxons strategische Beteiligung an Synapticon

Quelle: Pressemitteilung Interact Analysis 3 min Lesedauer

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Im Juli 2025 hatte die Schweizer Maxon Group eine Minderheitsbeteiligung an Synapticon erworben. Das legt eine strategische Ausrichtung von Maxon mit einem wachsenden Fokus auf Robotik und industrielle Automatisierung nahe. Interact Analysis gibt einen Einblick.

Der Antriebstechnik-Spezialist Maxon hatte im Juli 2025 eine Minderheitsbeteiligung bei Synapticon verkündet. Das bietet jetzt Potenzial im Bereich Motion Control.(Bild:  Maxon Group)
Der Antriebstechnik-Spezialist Maxon hatte im Juli 2025 eine Minderheitsbeteiligung bei Synapticon verkündet. Das bietet jetzt Potenzial im Bereich Motion Control.
(Bild: Maxon Group)

Im Juli 2025 unternahm der Schweizer Präzisionsantriebsspezialist Maxon Group einen bedeutenden Schritt zur Erweiterung seines Motion-Control-Portfolios, indem er in das deutsche Unternehmen Synapticon investiert, das für seine innovativen Motion-Control-Lösungen bekannt ist.

Maxon mit Hauptsitz in der Schweiz ist seit langem als einer der führenden Anbieter von Präzisionsmotoren und Antriebssystemen bekannt. Heute gilt Maxon als größter Anbieter auf dem Markt für Ultra-Niederspannungsmotoren und -antriebe, so die Analysten von Interact Analysis.

Synapticon hingegen ist stärker spezialisiertes. Seit der Gründung 2012 hat sich das Unternehmen schnell eine Nische im Bereich der robotergestützten Bewegungssteuerung erobert. Sein Flaggschiffprodukt, das Somanet Circulo, ist ein integriertes, kompaktes und leistungsstarkes Servoantriebssystem, das in der kollaborativen Robotik und der mobilen Robotik zunehmend an Bedeutung gewinne. Anstatt den Schwerpunkt allein auf die Hardware zu legen, hat Synapticon Circulo nach einer „Software-first”-Designphilosophie entwickelt, die eine größere Anpassungsfähigkeit und vor allem integrierte Sicherheitsfunktionen ermöglicht.

Die wachsende Bedeutung von Safety

Bei der Bekanntgabe der Übernahme betonte Maxon nicht zufällig die fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen von Synapticon, so Interact Analysis. Da Roboter in der industriellen Automatisierung in einer Vielzahl von Anwendungen immer häufiger zum Einsatz kommen, arbeiten Menschen und Maschinen zunehmend in unmittelbarer Nähe zueinander, sodass die Sicherheit in der Bewegungssteuerung zu einer Notwendigkeit wird.

Synapticon hat sich nach Angaben der Analysten an der Spitze dieses Wandels positioniert. Das Unternehmen war das erste, das eine „All-in-One”-Servoeinheit auf den Markt brachte, die zertifizierte funktionale Sicherheit, Antrieb, Encoder und Bremse integriert. Durch die Investition in Synapticon erhält Maxon Zugang zu diesem Know-how und kann es in sein eigenes Hardware-Portfolio integrieren. Dadurch sind Antriebssystemen möglich, die mit den sich weiterentwickelnden Sicherheitsstandards Schritt halten können.

Steigendes Nachfrage an Ultra-Niederspannungsantrieben (ULV)

Die Partnerschaft zwischen Maxon und Synapticon kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Ultra-Niederspannungsantrieben (ultra-low voltage drives = ULV) in der Robotik rapide zunimmt. Mit der wachsenden Vielfalt der Robotikprodukte (mobile, Cobots, industrielle und humanoide Roboter) steigt auch die Zahl der Robotikanwendungen. Laut dem eigenen Bericht von Interact Analysis „Ultra Low Voltage (ULV) Motors & Drives 2025” wuchs beispielsweise das ULV-Segment in der mobilen Robotik im Jahr 2024 um 24 Prozent. Das unterstreiche, wie gerechtfertigt die frühe Entscheidung von Synapticon für diese Technologie war.

Diese Übernahme spiegelt auch einen breiteren Branchentrend wider: Partnerschaften zwischen etablierten Hardware-Marktführern und spezialisierten Innovatoren. Da die Komplexität der Bewegungssteuerung zunimmt, reicht Leistung allein nicht mehr aus; Sicherheit, Intelligenz und Integration sind heute ebenso wichtig. Unternehmen, die alle drei Aspekte bieten können, sind in der Lage, überproportionales Wachstum zu erzielen.

Synapticon sei ein Beispiel für die Art von spezialisierten Innovatoren, an die sich Firmen wie Maxon wenden, nachdem sie sich einen First-Mover-Vorteil bei roboter-spezifischen integrierten Produkten gesichert haben. Dennoch stoßen Nischenunternehmen aufgrund ihrer Fokussierung auf bestimmte Anwendungen oder Branchen oft an Grenzen bei der Skalierung ihres Marktanteils. Durch diese Partnerschaft gewinnt Maxon sicherheitsspezifisches Know-how, während Synapticon von den Ressourcen und der Reichweite eines Marktführers im ULV-Markt profitiert.

Potenzial, um den Bereich Motion Control zu prägen

Die Zusammenarbeit zwischen Maxon und Synapticon hat das Potenzial, das Angebot an Motion Control neu zu prägen. Synapticon hat seit seiner Gründung die Aufmerksamkeit von Maschinenbauern auf sich gezogen, da das Unternehmen in der Lage ist, maßgeschneiderte Produkte für robotergestützte Anwendungen zu entwickeln. Durch die Schaffung einer integrierten Einheit, die Sicherheit, Encoder, Bremsen und Intelligenz direkt in das Robotergelenk einbettet, hat das Unternehmen die Kompromisse neu definiert, die traditionell mit der Bewegungssteuerung in der Robotik verbunden sind.

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So gehe es laut Interact Analysis bei der Minderheitsbeteiligung von Maxon an Synapticon weniger um kurzfristige Gewinne als vielmehr darum, das Unternehmen für die nächste Automatisierungswelle zu positionieren. Für Maxon bedeutet dies eine Stärkung seiner Dominanz im Bereich Präzisionsantriebe durch zusätzliche Intelligenz und Sicherheit. Für Synapticon bestätigt dies seinen differenzierten Ansatz und bietet die Möglichkeit zur Expansion. Gemeinsam signalisieren sie, wie sich die Bewegungssteuerung weiterentwickelt: von hardwareorientierten Systemen hin zu integrierten Plattformen, die Leistung, Sicherheit und Intelligenz in Einklang bringen.

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