Security

Mehr Informationssicherheit in der Supply Chain

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Was also können Unternehmen für mehr Informationssicherheit in der Supply Chain tun? Zunächst müssen sie sich klarmachen: Mehr Sicherheit in der Supply Chain kann nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller miteinander verbundenen Partner – Kunden, Zwischenhändler, Lieferanten, Entwicklungspartner, Hersteller,... – erreicht werden. Informationssicherheit ist dabei kein definierter, zu erreichender Status, sondern ein fortlaufender Prozess. Zudem sollten sie sich Klarheit verschaffen, welche Arten von Informationen es innerhalb des Unternehmens gibt. Das können zum Beispiel personalisierte Daten, geistiges Eigentum, betriebswirtschaftliche Informationen, Verträge,... sein.

Wahrscheinlichkeit und Konsequenzen des Verlusts verschiedener Informationstypen abschätzen

Außerdem müssen sie abschätzen, wie wahrscheinlich der Verlust einzelner Informationen ist und welche Folgen dies hätte. Welcher Geschäftsbereich wäre von einem Verlust, kurz- oder langfristiger Nichtverfügbarkeit oder einer nicht beabsichtigten Veröffentlichung wie betroffen? Diese Überlegungen dürfen nicht an der Firmengrenze halt machen, sondern müssen auch die Supply Chains einbeziehen: Wie sehen die Informationsverflechtungen aus? Welche Informationen werden mit wem geteilt, wer hat potenziell Zugriff und wer muss unbedingt darauf zugreifen können und wer nicht? Abhängig von der Branche oder der Art der Geschäftspartner kann das Risiko für unterschiedliche Informationstypen stark variieren.

Ein solcher informationszentrierter Ansatz macht es Unternehmen einfacher, die besonderen Charakteristika der Datensicherheit in ihrem „Supply Net“ zu identifizieren und die Sicherheit ihrer Informationen nach und nach immer weiter zu verbessern. Mit einem genauen Verständnis über ihren Status-quo und ihre Informationsverflechtungen können sie eine wirksame Strategie für den Umgang mit ihren individuellen Risiken umsetzen. Dazu gehört beispielweise die Implementierung verschiedener Standards wie ISO/IEC 27002, ISO/IEC 27036 oder der Standard of Good Practice (SOGP) des Information Security Forums.

Bei allen Bemühungen dürfen Unternehmen eines nicht aus den Augen verlieren: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Es existieren einfach zu viele Unwägbarkeiten im weitverzweigten Netz von Lieferanten, Kunden und Partnern, in dem Unternehmen heute miteinander verbunden sind. Sie sollten stattdessen versuchen, ihre Widerstandfähigkeit zu erhöhen, damit ein Zwischenfall möglichst geringe Folgen für die Organisation und die laufenden Geschäftsprozesse hat. MM

* Steve Durbin ist Managing Director des Information Security Forum in SE1 1SZ London (UK), Tel. +44 (0) 20 72 12 11 73, steve.durbin@securityforum.org

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