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Nachschliffhandling meistern
Nicht nur für den Kunden bietet das Modul „Tool Dashboard“ zahlreiche Vorteile, sondern auch für den Lieferanten. Werden alle projektbezogenen Daten auf der Plattform gepflegt, kann auf Teile der Daten über Excel- oder Word-Files sowohl mit dem Kunden als auch unternehmensintern verzichtet werden. Innerhalb des Unternehmens sorgt dies für Synergien bei der Entwicklung neuer Lösungen sowie für das Teilen von technischem Know-how, denn Daten sind für alle Beteiligten in Echtzeit einsehbar. Zudem kann Kunden ein besserer Service geboten werden.
Das Modul „Reconditioning Management“ nimmt sich des Themas Nachschliff an, eines der kritischen Themen rund um die Werkzeuge. Zwar ist die Wiederaufbereitung von Werkzeugen ein wichtiger Kostenfaktor innerhalb der Fertigung, allerdings fordern die Prozesse rund um den Nachschliff des Werkzeugs einen erheblichen administrativen Aufwand. Ein Beispiel für die Vorteile, die c-Com mit dem Modul „Reconditioning Management“ bietet, ist der konkrete Fall des Nachschliffhandlings von Walzfräswerkzeugen. Diese sehr kostenintensiven Werkzeuge werden beispielsweise bei der Fertigung von Getrieben eingesetzt und können bis zu 15 Mal nachgeschliffen werden. Um den Werkzeugverbrauch zu planen und den Lagerbestand nicht zu hoch und nicht zu niedrig zu halten, ist es unabdingbar, die genaue Anzahl der Nachschliffe jedes einzelnen Werkzeugs im Lager zu wissen. Doch diese Anzahl ist für Kunden heute oft nicht verfügbar. Und hier kommt c-Com ins Spiel.
Bei einem Pilotkunden, einem renommierten Tier-1-Zulieferer der Automobilindustrie, ist dafür c-Com im Einsatz. Der Zulieferer, der in Südeuropa fertigt, hat rund 60 verschiedene Walzfräser von unterschiedlichen Lieferanten bei mehr als 70 Bearbeitungen im Einsatz. Die Logistik rund um die Walzfräser wurde bisher mit umfangreichen Excel-Dateien geregelt, die ständig zwischen der Logistikabteilung des Unternehmens und dem jeweiligen Lieferanten per E-Mail hin- und hergeschickt wurden. Die Folgen dieses Vorgehens, das keinen transparenten und umfassenden Überblick bot, waren ein unnötig hoher oder zu niedriger Lagerbestand, regelmäßige Schwierigkeiten mit den Lieferanten wegen fehlender Werkzeuge und daraus resultierende Produktionsstopps – alles verbunden mit einem hohen administrativen Aufwand, um Missstände zu klären. Zwar haben die Hersteller der Walzfräser in einer Datenbank die Anzahl der Nachschliffe jedes einzelnen Werkzeugs hinterlegt, allerdings standen diese Daten dem Kunden nicht zur Verfügung.
Im Rahmen des Pilotprojekts mit c-Com haben zwei der Walzfräserlieferanten ihre Werkzeuge mit einem gelaserten QR-Code versehen. Und teilen alle werkzeugrelevanten Daten wie Status oder Anzahl der Nachschliffe, die in ihrer eigenen Datenbank verfügbar sind, über c-Com mit dem Kunden. Der Tier-1-Zulieferer dokumentiert mithilfe eines Werkzeugausgabegeräts, das an c-Com angeschlossen ist, in seiner Fertigung jegliche Entnahme und Rückgabe eines Walzfräsers.
Durch das Scannen des QR-Codes ist so zu jeder Zeit nachvollziehbar, wie viele neue, wiederaufbereitete und stumpfe Werkzeuge auf Lager sind. Diese Daten werden mit der Anzahl der Nachschliffe pro Werkzeug, also den vom Lieferanten bereitgestellten Daten, kombiniert. So hat der Tier-1-Zulieferer jederzeit einen detaillierten Überblick über seine Werkzeuge.
Bestellempfehlungen verbessern Logistik
Der Zulieferer nutzt neben dem „Reconditioning Management“ auch das vierte Modul von c-Com, „Dynamic Order Optimizer“. Damit erhält er Empfehlungen, wann und wie viele Werkzeuge er nachbestellen sollte, um seinen Bedarf zu decken. Dabei bezieht das Modul sowohl die verbleibende Zahl an Nachschliffen der Werkzeuge im Lager als auch die jeweiligen Lieferzeiten von wiederaufbereiteten und neuen Werkzeugen mit ein. Der Pilotkunde von c-Com verzeichnet damit eine enorme Verbesserung seiner Logistik und will die Plattform zukünftig nicht nur für die Walzfräser, sondern für seine gesamte Fertigung einsetzen.
Diese vier ersten Module, denen weitere folgen werden, werden unterstützt durch verschiedene Apps, wie die bereits erwähnte Datacare-App oder die Tool-Manager-App. Letztere ist eine native App für Tablets und Smartphones. Mit ihr können Toolmanager und Außendienstmitarbeiter schnell und einfach Berichte über Tests oder Defekte an Werkzeugen verfassen und sie in Echtzeit mit dem Verantwortlichen, beispielsweise dem Produktmanager oder dem Entwicklungsingenieur, teilen. So wird eine in dieser Form bisher nicht mögliche Qualitäts- und Werkzeugüberwachung möglich.
Weitere Kooperationen geplant
Weitere Module und Apps für c-Com stehen in den Startlöchern. So kooperiert die c-Com GmbH beispielsweise mit Siemens und deren IoT-System Mindsphere. Mindsphere basiert wie c-Com auf der SAP-Cloud-Plattform. Mit dem System werden Maschinendaten gesammelt, die zu verschiedenen Zwecken genutzt werden können, beispielsweise zum vorausschauenden Monitoring oder für das Energiemanagement. Um Prozesse besser überwachen, Standardisierungen einführen und Qualitätsverbesserungen erreichen zu können, werden c-Com und Mindsphere zukünftig Daten, wie die Anzahl der mit einem Werkzeug bearbeiteten Bauteile oder die Schnittwerte, austauschen.
Zahlreiche Unternehmen sind bereits von den Vorteilen, die c-Com bietet, überzeugt und kooperieren mit der GmbH. Erste Pilotkunden sind Bass, Emuge-Franken, Vergnano, Schnyder und Lübbering, um nur einige zu nennen. Zahlreiche weitere Kooperationen sind bereits gestartet oder befinden sich in der Vorbereitung.
Tool Lifecycle Management
Werkzeuge in die Industrie 4.0 einbinden
* Giari Fiorucci ist Geschäftsführer der c-Com GmbH in 73431 Aalen, Tel. (0 73 61) 5 85-35 21, c-com.net
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